Orgel

Neue Kirchenorgel

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Am 7. Januar 1979 wird die neue Orgel in einem feierlichen Gottesdienst mit Orgelkonzert eingeweiht.

Die Kirchenzeitung berichtet:

„Die Pfarrgemeinde St. Georg zu Hottorf im Dekanat Linnich hat eine neue Kirchenorgel. Zur Christmette erklang sie zum ersten Male, und am 7. Ja­nuar wurde sie durch Regio­naldekan Haas, Düren, in ei­ner nachmittäglichen Eucharistiefeier geweiht. Als Dekan Haas sagte: „Erklinge nun, Orgel, zum heiligen Dienst“, erklang festliche Musik, into­niert vom Orgelreferenten un­seres Bistums, Münsterkantor Viktor Scholz, Mönchengladbach. Er schöpfte in seinem Spiel gleich die klanglichen Möglichkeiten dieser Orgel voll aus.

Pfarrverwalter Dechant H. Joussen, Pfarrer von Tetz, er­klärte, daß diese Orgel Ersatz für das im Kriege zerstörte In­strument sei: Mit ihren zehn Registern erreicht sie für die räumlichen Verhältnisse der Pfarrkirche Hottorf ein sehr hohes Niveau. Der Prospekt des Instruments wurde von der Orgelbauanstalt Gebr. Stockmann in Werl/ West, in Zusammenarbeit mit dem Generalvikariat Aachen entwickelt. Bei Wahrung aller orgelbautechnischen Prinzipien wurde eine Schauseite kon­struiert, die auf die übrige Aus­stattung der Kirche Bezug nimmt, ohne die Aussage unserer Zeit zu leugnen. Das Eichenholz wurde nur mit flüssigem Bie­nenwachs behandelt; dadurch bleibt der natürliche Farbton erhalten und erreicht nach gewisser Zeit die Patina der barocken Kirchenausstattung. Die Disposition der Orgel wur­de vom Orgelreferent des Bis­tums Aachen, Viktor Scholz, er­stellt. Die Spielanlage dieser vollmechanischen Schleifladen­orgel befindet sich in der Vor­derfront des Gehäuses. Die zehn Register sind auf zwei Manuale und Pedal verteilt. Alle verwendeten Materialien, Hölzer wie Metalle, sind von hoher Qualität.“

Auch die Lokalzeitungen berichten ausführlich:

Familie von Meer schenkt erste Orgel

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Der Wert der gestifteten ersten Orgel wird im Stiftungsbuch mit 2.100 Reichstaler vermerkt. Der Bau der Orgel erfolgt zwischen den Jahren 1848 und 1861.

Kaufkraft von 2100 Reichstalern im Jahr 1855

  • Ein Arbeiter verdiente ca. 150–300 Reichstaler pro Jahr.
  • Ein Lehrer oder Beamter verdiente ca. 400–800 Reichstaler pro Jahr.
  • Ein Haus in der Stadt kostete 1000–5000 Reichstaler.
  • 1 kg Brot kostete etwa 4 Pfennige (0,04 Reichstaler) → 2100 Reichstaler konnten etwa 52.500 kg Brot kaufen.

Wortlaut der Urkunde vom 02.09.1895:

Contrakt der Familie von Meer und Kirche zu Hottorf

Der Kirchenvorstand von Hottorf einer- und Fräulein Agnes von Meer, Herr Joseph von Meer und dessen Ehefrau Catharina von Meer geborene von Berg andererseits sind übereingekommen wie folgt:

Art. 1. Fräulein Agnes von Meer, Herr Jos. von Meer und dessen Ehefrau Catharina on Berg schenken der Kirche zu Hottorf eine für dieselbe passende Orgel

Art. 2. Dagegen überläßt der Kirchenvorstand den genannten Donatoren und deren unmittebaren Descendenten, d. h. den Kindern aus der Ehe des Herrn Jos. von Meer und Catharina von Berg den sogenannten d. Oidtmannschen Kirchenstuhl  auf Lebensdauer.

Art. 3. Auch überläßt der Kirchenvorstand dem Herrn Joseph von Meer einen Platz auf der Orgelbühne auf Lebensdauer.

Art. 4. Die Art. 2 u. 3 den genannten Familien gliedern erteilte Bewilligung hört auf, sobald die selben ihre Wohnung nach einer andern Pfarre verlegt haben, auch können sie ihr erworbenes Recht nicht auf Andern übertragen.

Art. 5. Für gegenwärtige Übereinkunft, welche in dusebo ausgefertigt ist, ist die oberörtliche Genehmigung zu erbitten.

gez.  Agnes von Meer
gez. Jos. von Meer
gez. Cathar. von Berg.

Der Kirchenvorstand,
gez. Reinckens, Pfr.:              gez. P. J. Breuer,
gez. Joh. Jos. Niessen,          gez.Reiner von Coellen,
gez. Caspar Mütz,                  gez. Peter Breuer:

Die vorstehende Übereinkunft hat durch die gemäß Art. 72 des Decrets vom 30. Do. 1809 nachgesuchte und erhaltene Genehmigung der Hohen geistlichen Behörde vom 17. April 1857 ihre Gültigkeit erlangt.
gez. Reinchens Pfr.
gez  Peter Breuer
gez. Joh. Jos. Niessen

 Quelle: Pfarrarchiv Urkundenbuch 1751-1966, Nr. 15

Wer sich für  Ahnenforschung interessiert, findet unter dem Menüpunkt Familien weitere Informationen zur Herkunft und den Verwandtschaftsverhältnissen einiger Hottorfer Familien – auch der Familie von Meer.

Die Geschwister Agnes und Joseph von Meer ersteigerten 1839 den Gutshof in der Ortsmitte von Hottorf von der Familie von Oidtmann.

 

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