Lieven

Der Kirchturm wurde vollendet

logo-kirche-512x512

Die Lokalzeitung berichtet:

  • Unter Mitverwendung von Steinen der Jülicher Jesuitenkirche wird der Bau des Kirchturms vollendet
  • Ablauf der feierlichen Heimatprimiz von Pater Lieven am Fest Mariä Heimsuchung

Siehe:

Priesterweihe von Pater Josef Lieven in St. Augustin

logo-kirche-512x512

| Steyler Missionare |

Die Priesterweihe von Josef Lieven erfolgt am 24. September 1949 im Missionspriesterhaus in St. Augustin.

Die Primiz in Hottorf findet am 2. Juli 1950 statt.

Fotos von der Priesterweihe und von der späteren Primiz in Hottorf befinden sich im Fotoalbum der Pfarrgemeinde.

Eine Kopie des Fotoalbums des Josef Lieven SVD anlässlich seiner Priesterweihe am 24.9.1949 befindet sich im Stadtarchiv Sankt Augustin unter SGL / Stadtgeschichtliche Sammlung – Literatur, Nr. 1280

Martin Lemm zum Vorsitzenden des Ortsbauernverein gewählt

Logo Hottorf ohne Schrift

| Dies und das |

Die Lokalzeitung berichtet aus Hottorf

  • Gemeindebote fällt beim Birnenpflücken von der Leiter
  • Versammlung des Ortbauernvereins
  • Besuch von 70 Personen bei der landwirtschaftlichen Ausstellung in Köln
  • Reger Kirmesbesuch bei Raupenkarussel und Schiessbude
  • Fahrt zur Priesterweihe von Diakon Lieven
  • Kirchengemeinde bietet Kleingärten an

Ortsschild Gemeinde Hottorf Amt in Müntz

Logo Hottorf ohne Schrift

| Am Ortseingang gegenüber der Kirche |

Alte Briefverschlussmarke aus Papier, welche seit ca. 1850 von Behoerden, Anwaelten, Notaren und Firmen zum verschliessen der Post verwendet wurde.

Das Amt Hottorf war 1932 eine Verwaltungseinheit im Kreis Jülich (Regierungsbezirk Aachen, Rheinprovinz Preußen) mit Sitz in Müntz. Der Bürgermeister hieß Vaasen, das Amt umfasste ca. 3.620 Einwohner (überwiegend katholisch), 3.620 ha Fläche und Orte wie Boslar (831 Einw.), Gevelsdorf u.a. Einrichtungen umfassten Pfarrämter, Volksschulen, Postämter, Polizei, Feuerwehr und Genossenschaften; Hottorf hatte eine Eisenbahnstation bei Tetz. 

Ortsschild am Haus Gegenüber der Kirche - Text: Regbez. Aachen, Krs. Jülich, Bürgermeisterei Hottorf, Amt in Müntz, Gem. Hottorf

Zum Amt Hottorf im Kreis Jülich gehörten (um 1932) folgende acht Gemeinden mit ihren Einwohnerzahlen (überwiegend katholisch).

Gemeinde / Einwohner (ca.) / Fläche (ha) / Gemeindevorsteher / Bemerkungen:
Boslar / 831 / 697 / Müller / Pfarramt kath., Eisenbahnstation Tetz
Gevelsdorf / 393 / 508 / Mütz / Pfarramt kath.
Hasselsweiler / 593 / 471 / Wirtz / Pfarramt kath., Arzt
Hompesch / 177 / 228 / Aretzweiler /
Hottorf / 495 / 554 / Reiners / Pfarramt kath., Post, Feuerwehr
Müntz / 513 / 435 / Holtz/ Amtssitz, Polizeistation
Ralshoven / 173 / 316 / Mütz /
Tetz / 445 / 301 / Esser / Eisenbahnstation

Gesamt:3.620 Einwohner, 3.620 ha, Sitz Müntz (Bürgermeister Vaasen)

Haus Kolonialwarenhandel Lieven

Das Ortsschild befand sich am heutigen Haus Georgstraße 1 direkt gegenüber der Kirche. Das Geschäft „Drogen- und Kolonialwaren von Joseph Lieven“ (weißes Schild links neben der Haustür) war typisch für die 1920er/1930er Jahre in ländlichen Dörfern, wo Kolonialwaren (Kaffee, Gewürze, Tee) und Drogerieartikel verkauft wurden.

Foto um 1932, Quelle: Brack

Abgebildet sind (v. l. n. r.):
Agnes Lieven geb Kaul (1896-1983), Josef Lieven (1998-1944), NN 

Bockwindmühle wird Raub der Flammen

Logo Hottorf ohne Schrift

| Brandstifter wird angeklagt |

Radierung der Windmühle von Hottorf
Dei Windmühle von Hottorf in einer Radierung von Peter Hessling (Foto: H. Schiffer)

Die Hottorfer Mühle konnte dem Schicksal, dem auch einige andere Windmühlen im Kreise Jülich zum Opfer gefallen waren, nicht entweichen. Sie brannte am Dienstagmorgen, dem 6 . August 1925, nieder. In der Brandnacht hatte der Müller Jakob Lieven noch bis gegen 4 Uhr morgens gemahlen, hatte dann, wie nach jedem Mahlgang, die Mühle noch einmal kontrolliert und war ins Bett gegangen. Das Wetter war diesig und Nieselregen war die ganze Nacht hindurch gefallen. Um halb fünf Uhr waren noch einige Hottorfer Bürger von einer Tanzveranstaltung in Hasselsweiler  an der Mühle vorbeigekommen, hatten aber nichts Außergewöhnliches entdeckt. Gegen 5 Uhr morgens stand die Mühle jedoch in Flammen, siebrannte vollkommen nieder. Als das schwere Achsenkreuz in die Tiefe fiel, wurde der Aufschlag noch selbst im Ort gehört.

Die Familie Lieven vermutete Brandstiftung, und führte diesbezüglich auch einen Prozeß gegen den Verdächtigen. Aber man konnte ihm nichts beweisen und so wurde der Mann aus Jülich wegen Mangel an Indizien schließlich freigesprochen.

Die Windmühle wurde nicht mehr aufgebaut. Jetzt wurde nur noch mit der Dampfmaschine gemahlen. Als die Mühle schließlich auch an das elektrische Netz angeschlossen wurde, hatte die Dampfmaschine ausgedient. 

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Mahltätigkeit weitgehend eingestellt. Mit Ende desselben wurde der Betrieb wieder aufgenommen, da die Mühle keine Zerstörungen zu verzeichnen hatte.

Nach und nach setzten sich aber immer weiter die fabrik-mäßigen Großmühlen durch und die Kleinmühlen hielten der Konkurrenz nicht stand. Als die Konkurrenz zu groß wurde, stellte de r letzte Müller der Hottorfer Mühle, Edmund Dolfen, ein Enkel der  Helene Lieven, den Betrieb Ende der 60ziger Jahre ein. Somit erlosch nach 5 Generationen jeglicher Mahlbetrieb und die Hottorfer Mühle lebt nur noch in der Erinnerung weiter.

Zu der Geschichte der Hottorfer Mühle sei mir noch eine kleine Erzählung gestattet. Wenn der Müller die Flügel in eine bestimmte Stellung brachte, war dies ein Zeichen für die Leute auf den Feldern, nach Hause zu gehen, denn dann nahte ein Gewitter. So hat der Müller manchem Hottorfer die Nässe erspart, denn allen war das Zeichen bekannt. Woher er die Nachricht bezog, daß ein Gewitter naht, ist nicht bekannt. Vielleicht war es der sechste Sinn!

Die Angaben zur Geschichte der Hottorfer Windmühle verdanke ich den auf der Mühle geborenen Geschwistern Lieven, Nikolaus Lieven und Frau Caecilia Mühlfart, geb. Lieven.

Quelle: Schiffer

Die oben erwähnte Stellung der Windmühlenflügel wird im Artikel aus den Rur-Blumen (Nr 18 – 1933) zur Düppelsmühle bei Titz beschrieben:
„Nicht allgemein dürfte es bekannt sein, daß die Stellung der Windmühlenflügel in Ruhezeiten nicht von ungefähr ist. So bieten die Flügel an Sonntagen das Bild eines aufrechtstehenden Kreuzes (+), während an hohen Festtagen wie auch bei Dorffesten die Flügel die Stellung eines liegenden Kreuzes (X) haben. Auf Veranlassung der Feuerversicherungen haben die Flügel die letztere Steilung auch bei Gewittern, um so der Blitzgefahr weniger ausgesetzt zu sein

Nach oben scrollen