40-jähriges Bestehen der Feuerwehr Hottorf

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| Festkommers im Festzelt |

Bei dem 40-jährigen Stiftungsfest der Feuerwehr Hottorf kann Pfarrer Joussen von seinem Steckenpferd, den geschichtlichen Nachforschungen zum Jülicher Land, beitragen.

So berichten die Jülicher Nachrichten am 29. April 1975:

„Eindrucksvoll war die Rede von Pfarrer Joussen, der die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Hottorf aus den frühesten Anfängen bis hin zur kommunalen Neugliederung, beleuchtete. Aus Aufzeichnungen alter Pfarrbücher, kaiserlichen Edikten und Gerichtsakten zeichnete er das Bild einer aktiven Dorfgemeinschaft, deren Ursprung weit in das Mittelalter hineinreicht.“

Das Manuskipt für die Rede befindet sich im Pfarrachiv und kann hier angesehen werden.

Jugendheim in Pfarrheim umbenannt

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| Haus und Benutzungsordnung erlassen |

Das 1970 erbaute Jugendheim wird von vielen Gruppen  der Pfarrgemeinde genutzt (z.B. Frauengemeinschaft, Messdiener, Caritas). Neben der Nutzung durch die Jugendlichen finden hier untern anderem auch Seniorennachmittage, verschiedene Kurse, Versammlungen und Ausstellungen statt. Daher wird die Räumlichkeit zunehmend als Pfarrheim bezeichnet.

Eine als sinnvoll bezeichnete Nutzung durch die Jugend war von Anfang an Diskussionsgegenstand in der Pfarrgemeinde. Im August 1972 wird der erste Benutzungsplan aufgestellt.

Im Oktober schreibt Pfarrer Joussen dazu im Pfarrbrief: „Kirchenvorstand und Pfarrrgemeinderat haben eingehend über eine sinnvolle Nutzung des Jugendheimes beraten. Das Jugendheim steht  allen Jugendlichen zu Spiel und sonstiger Freizeitgestaltung offen. Eine sinnvolle Freizetbeschäftigung der Jugendlichen ist gerade heute besonders wünschenswert. Erfahrungsgemäß ist jedoch ein Zusammensein von Jungen und Mädchen  ohne verantwortliche Aufsicht durch eine dazu beifähigte Person geradezu unmöglich. Die-jenigen, die das nicht wahrhaben wollen, mußten bisher stets bittere Enttäuschungen erleben. Übrigens maehen die kommunalen Behörden ihre Unterstützugen und Beihilfen für das Jugenheim von
der Gewährung einer strikten Hausordnung abhängig. Allen Jugendlichen, die bei Spiel und Vergnügen auch den Ordnungssinn bewahren, steht das Jugendheim offen.  Verhaltet Euch s0 wie in der eigenen Wohnung daheim!“

Im Januar 1973 sieht der Nutzungsplan wie folgt aus:
Montag: Putztag
Dienstag: von 16-18 Uhr für  Kinder unter Aufsicht von Frauen und Müttern; von 18 – 21 Uhr für Juegendliche ab  12 Jahre (Spiel u. Tischtennis)
Mittwoch: am ersten Mittwoch im Monat für den Frauen- und Mütterverein
Donnerstag: von 16 – 21 Uhr für Tischtennisspieler
Freitag: Jugendseminar
Samstag: Geschlossen
Sonntag: an zwei Sonntagen im Monat ist von 16 – 21 Uhr Tanz für die Jugend

Immer wieder werden Beschädigungen nach Jugendveranstaltungen und Belästigungen von auswärtigen Besuchern festgestellt. Pfarrer Joussen bitte die Gemeinde im Juni Pfarrbrief 1978 um Aufmerksamkeit zu dem Thema und erwartet, dass sich die Probleme in der Jugendarbeit mit einem hauptamtlichen Pastoralrefenten zukünftig besser lösen lassen.

Im November 1979 wird die Nutzung als Discothek-Raum nach erneuten Schäden endgültig untersagt. Im Pfarrbrief heisst es: „… Dei Verhaltensweise des einzelnen in der Masse scheint anders zu sein als zu Hause. … Die Glasscheibe in der Tür zum Saal wurde zertrümmert, sanitäre Anlagen unbenutzbar gemacht, die Küchentür stark beschädigt, 15 Stühle demoliert…“       

Adventsfeier für die Senioren

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| Pfarrgemeinderat und Frauen- und Müttergemeinschaft laden ein |

Die neuen Räumlichkeiten des Jugendheims werden für eine jährliche Seniorenfeier genutzt.

Die Lokalzeitung nimmt das vierte Treffen als Anlass für einen Bericht:

In memoriam Hubert Reiners

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| Grabkammer entdeckt |

Am 7.11.1974 wird Ehrendechant Reiners in der Nähe der Kirche auf dem Hottorfer Friedhof beigesetzt.

Jülicher Nachrichten berichten am Vortag der Beerdigung:

Pfarrer Joussen berichtet dazu in seiner Pfarrchronik:

In memoriam Dechant Huber Reiners

Nach langer und schwerer Krankheit verstarb am Allerseelentage, dem 2.November1974, der Hochwürdige Herr Ehrendechant Hubert Reiners, der frühere Pfarrer in Hottorf. Folgenden Nachruf veröffentlichte ich in der Presse:

„Tief bewegt nimmt die Pfarrgemeinde St. Georg zu Hottorf Abschied von diesem aufrechten und charaktervollen Mann, von dem tieffrommen und äußerst eifrigen Priester. Der Verstorbene war ein Mann mit einem stark ausgeprägten Willen, der ihn den Weg treuer Zielstrebigkeit gehen ließ, unbekümmert um Lob oder Tadel der Menschen. Anfang des Jahres 1941 kam er als Pfarrer nach Hottorf und war in der Zeit schlimmster Verirrungen und Wirrungen ein wahrer Sorger der ihm anvertrauten Seelen, Hirt und Vater seiner Gemeinde, mit der er Freude und Leid aufrichtig teilte. Sehr schwer trug er an der Zerstörung seines Pfarrortes und seiner schönen Kirche, deren Wiederaufbau er seine ganzen Kräfte widmete, die ihm aber auch seine Gesundheit raubte. Sein wichtigstes Anliegen aber war die religiöse Neu­belebung nach dem Kriege. In der Umgebung des Ortes ließ er verschiedene Kreuz­wegstationen als Gebetsstätten erbauen. Er schaffte die Möglichkeit zum späteren Bau eines Pfarrheimes. Überall legte er mit äußerstem Fleiß und ohne Schonung seiner körperlichen Kräfte selbst Hand an. Vor keiner Arbeit scheute er zurück, kannte keine Müdigkeit und Schwäche, wenn es galt, das Wort Gottes zu verkünden, die Jugend zu unterrichten. Als Religionslehrer an der Berufsschule in Jülich war er viele Jahre erfolgreich tätig. Ebenso erfolgreich war er um die Heranbildung des Priesternachwuchses bemüht. Als er merkte, daß die Sonne seines Lebens sich dem Untergang zuneigte, verließ er 1968 die Pfarre Hottorf. Er starb als ein aufrechter Diener seines Herrn, betrauert von einen dankbaren Pfarr­kindern, in deren Gedächtnis sein segensreiches Wirken weiterleben wird.“

Das Begräbnis war die größte religiöse Veranstaltung, die ich bisher in Hottorf erlebt habe. Sehr viele Kleriker aus den Bistümern Aachen und Köln waren anwesend. Die Exequien zelebrierte der Dechant des Dekanates Linnich, H.H. Dechant Cornelius Jansen aus Gereonsweiler, während H.H. Prälat Prof. Dr. Herkenrath aus Köln eine hervorragende, viel beachtete Predigt hielt. Der Hochwürdigste Herr Weihbischof Josef Buchcremer nahm die Segnungen am Grabe vor.

Als Begräbnisstätte war zunächst die Priestergrabstätte an der Sakristei vorgesehen. Als aber die städtischen Arbeiter am Morgen des Beerdigungstages dort das Grab ausheben wollten, fand man alsbald – etwa 40 cm – unter dem Erdboden eine mit Betonplatten abgedeckte Grabkammer eines früheren Hottorfer Pfarrers. Auch seitlich dieser Grabkammer war kein Platz mehr für ein neues Grab. – Deshalb benachrichtigte ich sofort den Stadtdirektor in Linnich. Dieser kam sofort nach Hottorf, und wir suchten gemeinsam ein neuen geeigneten Platz für das Priestergrab. Diesen fanden wir nahe bei dem Hochkreuz in dem neu angelegten Teil des Friedhofes. Dieser Friedhofabschnitt gehört parzellenmäßig zum Pfarrgarten. Ohne behördliche Genehmigung hat man diesen Teil des Pfarrgartens dem Friedhof angefügt , um einen Nutzen aus der Verpachtung der „privaten Grabstätten“ zu erlangen. – Demnach wurde Hw. Herr Dechant Reiners in seinem Pfarrgarten beerdigt.

Quelle: Pfarrarchiv, Pfarrchronik Pfr. Joussen

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