Geschichte im Rheinland

Ereignisse im Jülicher Land, der Region und im übrigen Rheinland

Der Siebenjährige Krieg belastet das Rheinland

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| 1756 bis 1763 |

Noch waren die Folgen des 30-jährigen Krieges nicht überwunden und schon wieder folgte Krieg auf Krieg. Besonders der Siebenjährige Krieg nahm das Rheinland schwer mit. Die Franzosen rücken mit großen Truppenmassen durch das Jülicher Land bis in Hannover hinein und wurden dann von den Preußen und Hannoveranern zurückgedrängt. Unter Freund und Feind hatte das Jülicher Land, selbst nicht Schauplatz der Kämpfe, schwer zu leiden. Der Einquartierung Fouragierungen, Vorspannforderungen und Kontributionen ist kein Ende.

Im Februar 1757 sind Linnich und Erkelenz durch Einquartierung viel beschwert worden. Im Juli des selben Jahres sind übr Aldenhoven und Jülich wieder viele Franzosen zu Fuß und zu Pferd nach dem Hannoverschen marschiert. Das war der Vormarsch des 114.000 Mann starken französischen Heeres. Am 23. Juni wurden dann die Franzosen von den Preussen geschlagen uind die Sieger rückten nach. 

….

So ging es fast ununterbrochen die Jahre hindurch. Hier noch einige Notizen. Im Oktober 1750 hat man den Franzosen Vorspann mit Karren müssen geben und Mehl gefahren von Jülich nach Düsseldorf, auch nach Köln. Im Dezember 1760 sind drei Marschen Franzosen von Aldenhoven durch Lövenich nach Erkelenz gezogen. Am 14. Dezember 1761 marschierten französische Völker zu Fuß von Boslar her durch Lövenich nach Dahlen, war ein Elsass teutsches Regiment. Am 31. Mai und 2. Juni 1761 kamen vom Bruch, Münz und anderen umliegenden Orten auf dem Marsche nach Erkelenz wohl ausgerüstete französische Standarmen (Gendarmen); wie viel Kompanie es gewesen, ist unbewusst, und hatten viel Bagage und Maulesel bei sich. Im Mai 1763 marschierten Schweizer auf Linnich.

Im ständigen Kriege verrohten natürlich die Sitten und die Verbrechen mehrten sich. 

Aus Rur-Blumen, Nr. 10 vom 5. März 1927, Unsere Heimat im Spiegel eines Tagebuches von Adolf Fischer 

Siehe auch: Siebenjähriger Krieg bei Wikipedia

 

 

Treueid zum Kurfürst

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| Huldigungliste 1730/1731 |

Karl Philipp, Kurfürst von der Pfalz, von 1716 bis 1742 als Herzog von Berg Nachfolger seines Bruders Johann Wilhelm II. (Jan Wellem), hatte für den Fall seines kinderlosen Ablebens seinen Bruder Franz Ludwig, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, als seinen Nachfolger auserkoren und deshalb mit Erlass vom 21.7.1730 eine Eventual-Erbhuldigung angeordnet. Eine Beamtenkommission zog durch die Städte und Dörfer des Landes und die männlichen Haushaltvorstände mussten vor den Kurfürstlichen Gesandten den Treue-Eid leisten. Darüber wurden Namenslisten erstellt, die sogenannten Huldigungslisten.
 
Die Listen sind keine exakte Bevölkerungsaufnahme, weil nur die männlichen Haushaltungsvorstände den Treue-Eid leisteten und schriftlich erfasst wurden. Daher finden sich nur die Familienoberhäupter, falls der Ehemann gestorben war, auch dessen Witwe. Kinder werden dort nicht genannt.

Im Herzogtum Jülich zum Beispiel finden sich in diesen Listen nur die Dorfbewohner, aber keine Adligen und auch keine Pfarrer

Diese Listen hat das Landesarchiv NRW Rheinland digitalisiert und Online gestellt, auch für Hottorf (als Teil vom Amt Boslar):

Karte des Erzbistums Köln

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| Burg in Holtorp |

Diese Karte aus 1725-1750 des Erzbistums Köln zeigt Hottorf als einen Ort „Holtorp“ mit einer Burg („chateaux“) im Territorium von Boslar. 
(Karte klicken für große Darstellung)

Quelle:
Einrichtung: Moravian Library
Vollständiger Titel: Carte Nouvelle de l’Archevesché et Eslectorat de Cologne Avec ses Enclaves dans les Pays Circomvoisins.
Autor: Sanson, Guillaume
Jahr der Abbildung: 1725 – 1750
Veröffentlichungsdatum: 1725 – 1750
Herausgeber: Ottens, Josua
Physische Größe: 46.50 x 58.00 cm

Bei dieser weiteren Karte des Herzogtums Jülich aus gleicher Zeit stimmen die geographischen Verhältnisse der Verortung von Hottorf nicht.
(Karte klicken für große Darstellung)

Quelle:
Einrichtung: Moravian Library
Vollständiger Titel: Le Duché de Iuliers, l’Abbaye de Sr. Cornelis Munster, la Baronie de Wickrad, et la Ville Imperiale d’Aix la Chapelle Autor: Sanson, Guillaume
Jahr der Abbildung: 1725 – 1750
Veröffentlichungsdatum: 1725 – 1750
Herausgeber: Ottens, Josua
Physische Größe: 41.50 x 54.50 cm

Hinweis: OldsMapOnline

Belagerung Jülichs

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| Zeltlager vor der Kirche |

Im Zusammenhang mit der Belagerung Jülichs durch Moritz von Oranien: Zeltlager des holländischen „Commisaris Generals“ Thomas van Stakenbroeck vor unserer Kirche (auf einem Kupferstich von Florentinus Balthasar)

Foto: Schiffer

Anmerkung des Chronisten: Wenn man von einer Genauigkeit der Darstellung ausgehen kann, lässt diese vermuten, dass Hottorf auch an der Südseite (also in Richtung Müntz/Hompesch) bewaldet war, also eben nicht nur in der nördlichen Richtung mit dem Buchholzbuch. Für eine eventuelle Bewaldung an der Südseite des Dorfes existieren jedoch keine Belege.

Herzogtum Jülich wird unabhängig

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| Stadtmauer schützt Jülich |

Durch den Sieg Graf Walrams bei Worringen wurde Jülichs Unabhängigkeit endgültig gesichert. Die Stadt erhielt kurz nach 1300 eine neue Stadtmauer, von der heute noch das Rurtor (Hexenturm) als ältestes Bauwerk Jülichs erhalten ist. Diese Stadtmauer schützte Jülich 250 Jahre, während deren der Machtbereich der Grafen und Herzöge beständig wuchs, durch Heiraten und Erbfolge kamen die Gebiete Berg, Ravensberg, Kleve und Mark, zeitweise auch Geldern, hinzu. Die Herrscher hielten sich allerdings nur noch selten in Jülich auf, bevorzugte Residenzen waren Nideggen, Hambach, Kaster, Nimwegen, Düsseldorf und Kleve. 

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