1947

Wiederaufbau des Kirchturms beginnt

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Der Turm wird in insgesamt drei Bauabschnitten wiederhergesellt.
Das erste Drittel erfolgt durch die Rheydter Firma Arnold Jansen bereits im Herbst 1947.

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners: 

 Juli 1947
  1. Seit dem 23.7. beginnt der Aufbau, und zwar durch die Firma Arnold Jansen aus Mülforth, er selbst ist Maurer und Zimmermann.
    Beginn des Aufbaus der Kirche durch die Firma Arnold Jansen aus Rheydt-Mülforth.
September 1947
  1. Ich rief wieder allwöchentlich zu Hilfsarbeiten  an der Kirche auf: Mo 1-20 (Hausnummern) , Di 20-40, Mi 40-60, Do 60-80, Fr 80-100.
November 1947
  1. Am Kirchweihfest konnte eine Dankandacht gehalten werden, weil der erste Bauabschnitt des Kirchenaufbaus abgeschlossen wurde: Mauerwerk im Schiff und an der Sakristei und ca. 10 Meter vom Turm und Dachgebälk auf dem Schiff. Eine Stunde wurde die Kirche zur Besichtigung geöffnet.
    Darin lagert noch viel Holz.
Dezemebr 1947
  1. Den Kirchenaufbau am Turm stellten wir ein, weil man mit der Firma unzufrieden wurde.
Mai 1949
Siehe:

Aachener Friedenskreuz getragen

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| 150 kg schwere Kreuz |

Quelle: Kirchenzeitung Aachen

„1947 wollten Krefelder Kriegsheimkehrer ein Zeichen der Buße und des Willens zur Versöhnung setzen. Aus dieser Initiative entstand ein 150 kg schweres Kreuz, mit dem Gesicht des leidenden Christus, geschaffen von Anton Wendling. Mit dem Aachener Friedenskreuz zogen katholische Männer, Gruppen, Verbände durch die Diözese. Bis in die 1960er Jahre hinein überbrachten Dutzende Wallfahrten im In- und Ausland eine kraftvolle Botschaft für Frieden und Verständigung. Das Kreuz war Ausgangs- und Mittelpunkt für zahllose Gebete, Gottesdienste, Versammlungen.“

aus: Bistum Aachen

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Friedenskreuz

Juni 1947
  1. Am Herz-Jesu-Fest, dem 13. Juni, holten wir das schwere Kreuz, dass vier Männer tragen mussten, um halb acht an der Lövenicher Pfarrgrenze ab. Eine Minute Schweigen und Vater unser für Deutschland. Die jungen Männer – Frauen waren bei der Prozession ausgeschlossen und Kinder bis zu 17 Jahren- trugen es: Zuerst Schmitz Johann, Schürkens Jakob, Krieger Hubert und Willi. Dann Josef Schiffer-Schulte, Lorenz August, Krafft Christian, und Lieven Friedrich. Endlich Bauch Julius und Mülfarth Hubert, und noch zwei andere. So groß war das Kreuz, dass wir es nur umgekehrt in die Kirche bekamen. Ich war froh, dass es uns in der Größe und Schwere gezeigt wurde. Die Kreuzpredigt hielt Herr P. Hülsbusch.
  1. Am 14.6. kam Ralshoven bis hier und wir brachten es gemeinsam über Ralshoven Gevelsdorf entgegen, das es am Kirmeszelt vorbei nach Hasselsweiler trug. Von uns trugen es Anton und Josef Schiffer, Krafft Christian, und Honold Wilhelm. Sodann Krieger und Dahmen Hubert, Franz Mütz und Lieven.
August 1947
  1. Am 29. Sept. in Aachen Männerschlusskundgebung nach dem Kreuzrundtragen. Wenige von hier fuhren hin.

Erstkommunion 1947

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| 8 Kinder in Hottorf |

Die zweite Kinderkommion nach dem  2. Weltkrieg in Hottorf in der Notkirche,

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Erstkommunion 1947

Mai 1947
  1. Erstes Proben mit den Kommunionkindern durch Getrud Honold
  1. Pfingsten
    Erste heilige Kommunion von Hubert Pickartz, Willi Krieger, Maria Mütz, Gr. Mütz, Gerhard Bauch, M. Honold, Franz Spengler und Käthe Küppers
    und in Weiden bei Köln von Maria Schmitz-Terwege.

    Bei von Meer wurden die Kinder abgeholt. Der Kirchenchor Damen und Herren sangen Psalmen und das Magnifikat und einen vierstimmigen Segen.
    Schön war geschmückt und schönes Wetter und viel war gebacken, wie ich auf meinem Rundbesuch feststellte.
    Für die Danksagungsandacht hatte ich kindertümliche Gebete zusammengestellt, die diese acht ein auf die Kommunionandacht allein beteten. 

Gründung des Theatervereins

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| Theaterverein auf Tornee |

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden der Theaterverein und eine Maigesellschaft gegründet.

Die erste Aufführung des Theatervereins fand am 12. April 1947 statt. Die letzte Aufführung gab es 1961. 

Die erste Aufführung findet sogar ausdrückliche Erwähnung in der Pfrarrchronik.

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Vorstellung des Theatervereins: 

April 1947
  1. Weißer Sonntag – Nachmittags um drei und acht Uhr abends Aufführung des Dramas: „Anita, die Heldin von Falkenstein“. Brechend voll war der Saal. Die Sammlung erbrachte ca. 1100,- RM. Die Musik verschlang 240,- RM. Die Kostüme kosteten auch viel. Gegen viel Schwierigkeiten unter den Spielern und von außen durch ablehnende Hottorfer und weil keine Bühne da war, setzte Hubert Mülfarth das Spiel durch. Das Spiel war für Anfänger sehr gut.
    Herr Ganser aus St. Tönis hatte die Spieler angeleitet und spielte selbst die Hauptrolle. Die der Anita spielte Sibille Roeben. Mitspieler waren noch Elisabeth Emmerich, Robert Heidelberg, Heinz Krauthausen, Manfred Weiß, Franz Josef Lieven, Friedel von Berg, Hubert Völker, Jakob Schiffer. Alles war des Lobes voll. Viel Volk kam von auswärts. Martin Schiffer stellte sein Klavier zur Verfügung. Von der Kirche nahmen wir den Fußboden der Frauenseite. Papier hatte noch Bergrath und wurde neu beschafft. Die Kostüme waren von Hintzen, Korschenbroich: Sehr fein!
  1. Abends Wiederholung von „Anita, die Heldin von Falkenstein“.
  1. In Lövenich spielte unsere Theatergruppe nochmals „Anita“. Zeitungsnotiz da-rüber.

Nachdem der Krieg zu Ende gegangen war und jegliche Unterhaltung fehlte, wurde der eigentliche Theaterverein Hottorf gegründet. Er übernahm die Statuten des Gesangsvereins und Dank der Initiative des 1. Vorsitzenden August Brack konnte bereits am 12. April 1947 die erste Aufführung mit dem Drama: „Anita, die Heldin von Falkenstein“ gepielt werden.

Durch den großen Erfolg ermutigt wurden weitere Stücke aufgeführt. So wurden zum Beispiel aufgeführt : „Der Hühnervater; Wenn zwei sich lieben; Der seelige Florian; Hansebur kriegt Telefon; Dle Hütte am See“. Der größte Erfolg bestand in dem fünfaktigen romantischen Schauspiel „Die Zigeunerin von Rocca Valla“. (Dieses Stück feierte am 5.2.1949 in Hottorf Premiere. Danach wurde es noch vier mal in Hottorf gespielt, bevor man eine „Theatertournee“ nach Katzem, Lövenich und Grevenbruch/Sauerland machte. )

Zu diesem Stück folgender Kommentar der Aachener Nachrichten:

„Kulturpflege ln einem Dorf. Um es vorweg zu nehmen: Die Aufführung dcs romantischen Schauspiels ‚Die Zigeunerin von Rocca Valla‘ war für den Hottorfer Theaterverereien unter Leitung von August Brack ein voller Erfolg. Mit der Wahl der Schauspieler hatte der Verein einen guten Griff getan, weil sich in diesem nicht leixchten Stück schauspielerisches Talent in Mimik  und Geste voll entfalten können und wirklichces Können sich klar abhebt. So konnten wir feststellen, daß in auch in  diesem abseits vom jedem Verkehhrslärm liegenden Dorf schauspielerische Talente die dazu beitragen können, daß auch in einem kleinen Ort Kulturpflege betrieben wird.“

Doch auch dieser Verein mußte dem Fortschritt Tribut zahlen. Als die Medienversorgmg immer größer wurde, sank das Interesse der Mitglieder und der Bevölkerung. Nachdem Spielleiter Jakob Schiffer dag letzte Stück „Einer Mutter Leid und Liebe“ mit den Akteuren einstudiert hatte, öffnete sich im Jahre 1961 zum letzten Male der Vorhang und mit dem Applaus des Publikums nach Beendigung der Vorstellugn endete die 14-jährige Theatergeechichte des „Theatervereins“ Hottorf.

Mit Gründung des Theatervereins wurde auch eine Maigesellschaft ins Leben gerufen. Beim ersten Maifest im Jahre 1946 konnten sich Maikönig Christian Krafft
und Maikönigin Änne Meyers mit der geschmückten Kutsche durchs Dorf fahren lassen. Aber auch dieser Verein bestand nicht lange, denn bereits im Jahre 1959 wurde däs letzte Maifest abgehalten. (Maikönig Dieter Mütz mit Anneliese Berger.)

Quelle: Schiffer

Starker Frost verzögert Arbeiten an der Kirche

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| Keller unter Wasser |

Schon der ganze Januar 1947 war sehr winterlich und teilweise bis zu -20 Grad Celsius kalt. Die Hottorfer fuhren dennoch fast täglich mit Pferd und Wagen und teilweise mit Traktoren zum Hambacher Wald und holten Holzstämme für die Bauarbeiten an der Kirche und Holz zum Heizen für zu Hause.

Anfang Februar setzt nochmal starker Frost und Schneesturm ein. Einsetzendes Tauwetter und Regen führen dann im März 1947 zu starkem Hochwasser.

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Wetter im Frühjahr 1947

Februar 1947
  1. Sehr starker Frost, gar Schneesturm.
    Hubert M. brachte die Hälfte der Brotkarten und einige Gaben zu Pater Hülsbusch.
    Paul Seyfried, Knecht von Meyers, verlief sich im Schnee nach Hoogen, anstatt Lövenich.

  1. Die Bonner Theologen bekommen jetzt wegen der Beihilfe Hottorfs nachmittags Kaffee.
    Ich sprach über das Tanzen als Seelsorger. Ob es Erfolg hat?
    Tauwetter anstatt 30 Grad Kälte, wie angesagt.
März 1947
  1. Der außergewöhnliche Frost behinderte alle Arbeiten an der Kirche bis heute. Als es dieser Tage regnete und taute, entstand bei Heidelberg und Dederichs Hochwasser. Die Männer des Ortes wurden nachts alarmiert, um die Wassergefahr zu bannen. Dederichs verdarb in der Sch…… ein Meter hoch die Frucht. Einige Keller liefen voll Wasser. Das Maar war ganz voll. Die Wege, besonders der Weg nach Lövenich, waren infolge vielen Windes direkt verweht, besonders in den Schluchten.
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