| Prost Neujahr |
Privates Schnapsbrennen war gebräuchlich und gefährlich. Die Englische Militärregierung hatten im Oktober 1947 schon Hottorfer wegen illegalem Schnapsbrennens festgenommen. Die Glocke zu Silverster wurde noch im Baum bei Mülfahrt von Hand geläutet. Das Schiessen (vermutlich mit „Katzeköpp“) wurde später von der Feuerwehr übernommen und fand auch bei Polterabenden und Goldenen Hochzeiten statt.
Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Selbstgebranntes:
Januar 1947
Mit Schnaps wurde manche Neujahrsfeier veranstaltet. Um 12 wurde geläutet. Auch geschossen (mit Katzeköpp heute noch bei der Feuerwehr).
Tags vorher war um 3 Uhr Generalprobe gewesen, heute um halb vier wurde das Weihnachtsstück, das Gretchen Honold zusammenstellte und mit M. Mülfarth einprobte, im Saale Mütz aufgeführt.
Mit Strohballen Brettern hatten sie eine Bühne geschaffen. Brack brachte die alte Theaterbeleuchtung an mit verschiedenen Lichten. Mit Decken waren die offenen Fenster verhängt. Ein Glück, dass es milde war und nicht zu kalt. Der Saal war sehr besetzt. 423,- RM haben die Mädchen vereinnahmt.
Sehr schwierig zum Einproben war der Engelreigen.
Jakob spielte Geige und Maria Mühlfahrt Harmonium.
Programm:
1) Huldigung der Engel,
2) der Tiere,
3) der leblosen Kreatur,
4) des Menschen.
Dabei traten kleine und kleinste Kinder in Tätigkeit.
Karl Ludwig Ganser sang sehr schön zwei Solis, die sogar beklatscht wurden. Manche Mädchen haben Geschick zum Spielen. Es war sehr schön.