Gründung des Theatervereins

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| Theaterverein auf Tornee |

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden der Theaterverein und eine Maigesellschaft gegründet.

Die erste Aufführung des Theatervereins fand am 12. April 1947 statt. Die letzte Aufführung gab es 1961. 

Die erste Aufführung findet sogar ausdrückliche Erwähnung in der Pfrarrchronik.

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Vorstellung des Theatervereins: 

April 1947
  1. Weißer Sonntag – Nachmittags um drei und acht Uhr abends Aufführung des Dramas: „Anita, die Heldin von Falkenstein“. Brechend voll war der Saal. Die Sammlung erbrachte ca. 1100,- RM. Die Musik verschlang 240,- RM. Die Kostüme kosteten auch viel. Gegen viel Schwierigkeiten unter den Spielern und von außen durch ablehnende Hottorfer und weil keine Bühne da war, setzte Hubert Mülfarth das Spiel durch. Das Spiel war für Anfänger sehr gut.
    Herr Ganser aus St. Tönis hatte die Spieler angeleitet und spielte selbst die Hauptrolle. Die der Anita spielte Sibille Roeben. Mitspieler waren noch Elisabeth Emmerich, Robert Heidelberg, Heinz Krauthausen, Manfred Weiß, Franz Josef Lieven, Friedel von Berg, Hubert Völker, Jakob Schiffer. Alles war des Lobes voll. Viel Volk kam von auswärts. Martin Schiffer stellte sein Klavier zur Verfügung. Von der Kirche nahmen wir den Fußboden der Frauenseite. Papier hatte noch Bergrath und wurde neu beschafft. Die Kostüme waren von Hintzen, Korschenbroich: Sehr fein!
  1. Abends Wiederholung von „Anita, die Heldin von Falkenstein“.
  1. In Lövenich spielte unsere Theatergruppe nochmals „Anita“. Zeitungsnotiz da-rüber.

Nachdem der Krieg zu Ende gegangen war und jegliche Unterhaltung fehlte, wurde der eigentliche Theaterverein Hottorf gegründet. Er übernahm die Statuten des Gesangsvereins und Dank der Initiative des 1. Vorsitzenden August Brack konnte bereits am 12. April 1947 die erste Aufführung mit dem Drama: „Anita, die Heldin von Falkenstein“ gepielt werden.

Durch den großen Erfolg ermutigt wurden weitere Stücke aufgeführt. So wurden zum Beispiel aufgeführt : „Der Hühnervater; Wenn zwei sich lieben; Der seelige Florian; Hansebur kriegt Telefon; Dle Hütte am See“. Der größte Erfolg bestand in dem fünfaktigen romantischen Schauspiel „Die Zigeunerin von Rocca Valla“. (Dieses Stück feierte am 5.2.1949 in Hottorf Premiere. Danach wurde es noch vier mal in Hottorf gespielt, bevor man eine „Theatertournee“ nach Katzem, Lövenich und Grevenbruch/Sauerland machte. )

Zu diesem Stück folgender Kommentar der Aachener Nachrichten:

„Kulturpflege ln einem Dorf. Um es vorweg zu nehmen: Die Aufführung dcs romantischen Schauspiels ‚Die Zigeunerin von Rocca Valla‘ war für den Hottorfer Theaterverereien unter Leitung von August Brack ein voller Erfolg. Mit der Wahl der Schauspieler hatte der Verein einen guten Griff getan, weil sich in diesem nicht leixchten Stück schauspielerisches Talent in Mimik  und Geste voll entfalten können und wirklichces Können sich klar abhebt. So konnten wir feststellen, daß in auch in  diesem abseits vom jedem Verkehhrslärm liegenden Dorf schauspielerische Talente die dazu beitragen können, daß auch in einem kleinen Ort Kulturpflege betrieben wird.“

Doch auch dieser Verein mußte dem Fortschritt Tribut zahlen. Als die Medienversorgmg immer größer wurde, sank das Interesse der Mitglieder und der Bevölkerung. Nachdem Spielleiter Jakob Schiffer dag letzte Stück „Einer Mutter Leid und Liebe“ mit den Akteuren einstudiert hatte, öffnete sich im Jahre 1961 zum letzten Male der Vorhang und mit dem Applaus des Publikums nach Beendigung der Vorstellugn endete die 14-jährige Theatergeechichte des „Theatervereins“ Hottorf.

Mit Gründung des Theatervereins wurde auch eine Maigesellschaft ins Leben gerufen. Beim ersten Maifest im Jahre 1946 konnten sich Maikönig Christian Krafft
und Maikönigin Änne Meyers mit der geschmückten Kutsche durchs Dorf fahren lassen. Aber auch dieser Verein bestand nicht lange, denn bereits im Jahre 1959 wurde däs letzte Maifest abgehalten. (Maikönig Dieter Mütz mit Anneliese Berger.)

Quelle: Schiffer

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