Genehmigung zur Rodung des Buchholzbusches

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Am 28. Juli 1857 genehmigt die königliche Regierung die Rodung des ganzen Buchholzbusches zwischen Lövenich und Hottorf. Etwa 1972 Morgen, davon 547 Morgen auf Hottorf entfallend, werden „in die historische Kornkammer“ eingegliedert.

Eine ausführliche Berichterstattung zum Buchholzbusch und dessen Abholzung befindet sich im Virtuellen Museum des Erkelenzer Geschichtsverein.

In der Jülicher Volkszeitung erschien im Juli 1950 ein 3-seitiger Bericht zum Ende des Buchholzbusches. Darin wird ausgeführt wie die Teilung und der Verkauf der Parzellen erfolgte. Er erdet mit dem Satz: „Für den ehemals so großen und stolzen Waldbestand im Norden des Kreises Jülich hatte damit das letzte Stündlein geschlagen und die heimat wurde um eine Schöheit ärmer.“ 

Dem Chronisten liegen weitere Unterlagen aus dem Nachlass von Martin Lemm vor: drunter Original-Kaufvertrag einer Hottorfer Familie. Diese werden später gescannt und hier veröffentlicht.

Dazu aus Heinrich Tischler, Sagen des Jülicher Landes 1949:

Wie der Lohbusch bei Boslar entstand

Vor einigen hundert Jahren war unser Heimatkreis noch viel mit Wald bestanden. Jülich war von einem herrlichen Kranz prachtvoller Wälder umgeben. Es war der große Bürgerwald, kurz „Bürge“ genannt, in der Gemeinde Steinstraß, der Güstener und Welldorfer Erbwald, der Patterner Erbwald, der Müntz-Hottorfer Erbwald, der Lohbusch bei Boslar, der Gevelsdorfer Erbwald, der Buchholzbusch bei Hottorf, der Gereonsweiler Busch, der Freialdenhovener Lohbusch, der Hambacher Erbbusch, der Koslarer Erbwald. Die Wälder waren Erbwälder, die mehreren Eigentümern gehörten. Die Erbberechtigung haftete an Person, Familie oder Hof. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Wälder gerodet. So lag auch zwischen Mersch und Boslar früher ein stattlicher Hochwald. Der „Loo“ hieß dieser Wald im Volksmund. Es war die niederdeutsche Bezeichnung fur Wald. Es war ein Erbwald, der zu den Dorfern Bos-lar und Hottorf gehörte und war 185 Morgen groß. In ihm standen einst 21.287 Buchen, 745 Linden und 47 Eichen.

Uber alle ragte ein majestätischer Riese hervor, eine Buche, deren schönen regelmäßigen Stamm drei Männer kaum umspannen konnten. Sie mochte wohl 700 Jahre alt sein. „Soll stehen bleiben bis 2000″, so hatten einst Gebleute – Leute, welchen die jährliche Zuteilung des Holzes an die Berechtigten oblag – in ihre Rinde eingeschnitzt. Als der Wald im Winter 1869/70 gerodet wurde, kaufte Kaplan Lieck zu Boslar die Buche und vergönnte dem ehrwürdigen Künder alter Zeiten noch eine Frist von 10 Jahren, dann wurde auch sie gefällt.

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