Firmung von 40 Firmlingen (im Schulgebäude) und Visitation durch H. H. Weihbischof Friedrich Hünermann.
Pfarrer Reiners berichtet den Ablauf der Firmung und und Visitation sehr ausführlich in seiner Pfarrchronik, unter anderem von:
- Binden von Kränzen in der Vorwoche
- vierteiliger Empfangstriumphbogen bei von Meer
- Fähnchen und Wimpel waren in Gevenich geliehen
- Abholung des Bischofs von Männern in Frack und Zylindern und Kindern mit geschmückten Fahrrädern
- vorgetragene Gedichte von Marie Honold und Konrad Philippen und vier Mädchen aus der Oberklasse
- Firmung in der Notkirche
- Empfang des Kirchenvorstands und Prüfung von Finanzangelegenheiten
- Kindersegnung
Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Firmung und Visitation 1946:
September 1946
- Gestern und heute ließ ich die Schulkinder arbeiten. Wir reinigten die Wiese am Pastorat, Hof und Straße, die Gasse an der Vikarie, die Kirche und die Straße vor dem Friedhof.
- Herz-Jesu-Fr.
Mittwoch holte der Sportverein (meist die Alten) Tannengrün im Pfarrwald. Auch einige Bäume für Torlatten brachten sie sich mit, und Pickart Bunkerholz. Noch am selben Abend drehten 10 Mädchen ca. 50 Meter Kranz für die Kirche. Buchsbaum lieferte von Meer und Deuser Peter. Ich stiftete ihnen etwas Bier.
Auch am gestrigen Tag viele Mädchen zum Kränzen da. Mühlfarth haben in Ralshoven eine Karre Sägemehl geholt, um eine Figur durch Hubert vor der Kirchentür machen zu können. Weder durch Schmieren noch durch das Amt auf Dringlichkeitsbescheinigung ist an Glas für das eine Fenster der Vikarie zu kommen.
So musste ich wieder von meinem Glas von Grefrath hinein. Jussen hat nun doch auf dem Friedhof einige Tage gearbeitet. Franz Mütz hat Jakob Pickartz auch dort arbeiten lassen. So ist der Friedhof sehr schön in Ordnung. Am Maar hat Jussen auch die Brennnesseln abgemäht. Die Arbeiten an der Vikarie stocken mal wieder.
- J. Spengler und P. Deuser fuhren je eine Karre Dreck vom Kirchturm weg. W. Mülfarth, W. Schiffer und P. Bergrath 1+5+4 Karren vom Schuppen.
- Von 5-7 Uhr probte ich mit Grete Honold für die hl. Firmung.
- Gnadentag der Hl. Firmung.
Bei von Meer wurde der 4-teilige Empfangstriumphbogen errichtet, mit Efeu, viel mehr Tannengrün und Buchsbaum umwunden. Kleine Fähnchen geben ihm noch einen Schmuck. Darin ein Schild von … schwarz auf weiß fein gemalt: „Durch den Bischof die Einheit mit der Kirche.“
Bei Mütz war auch noch ein Schwung Fähnchen, die aus Katzem und Gevenich zum Teil geliehen waren. Wurden in 6-8 Metern Abstand von Althoff bis zur Schule, durch den Lehrer, August Lorenz und Heinz Krauthausen eingerammt. August Schmitz und Änne Meyers hingen die Fähnchen daran auf, die aus dem ganzen Ort zusammengetragen waren. Bergrath Peter hatte aus Herkenrath viele bunte Wimpel mitgebracht, die den unteren Teil der Kirchstraße schön machten. In letzter Minute kamen durch ihn auch Fähnchen vor die Vikarie.
An der Schule hatten von Sägemehl, Hubert Mülfarth und Sibille Roeben, die sich Sonntag verlobt hatten, das sie rot, grün, blau und gelb färbten, einen schönen Teppich gemacht: Glaube, Hoffnung und Liebe und „Veni sante spiritus“.
An den Häusern waren viele Fahnen. In der Notkirche hingen an den vier Wänden und quer durch die Mitte übers Kreuz vier Schwünge (?). Alle Bänke waren heraus. Im Flur zwei Ankleidetische und zur Hoftür hin das Tabernakel mit dem Allerheiligsten.
Morgens waren um 8 Uhr alle 40 Firmlinge – 26 Jungen und 14 Mädchen zur hl. Kommunion gegangen.
Um halb drei war die Aufstellung. Dann ging es mit Fahnen und kleinen Kindern dem Bischof entgegen. Bürgermeister Mülfarth, Matthias Mütz, Christian Krafft, Heinrich Philippen, Anton Schiffer und Paul Dederichs in Schwarz mit Zylinder ritten dem Bischof entgegen. Jakob Schürkens mit einem Dutzend Jungen des Sportvereins auf geschmückten Fahrrädern ihm entgegen.
Pünktlich um drei Uhr traf er ein. Ich begrüßte ihn kurz und dann sagte die kleine Maria Honold und der kleine Konrad Philippen und vier Mädchen der Oberklasse ein Gedicht auf. Der Chor sang unterwegs Psalmen. Sehr leutselig war der hochwürdige Herr.
In der Notkirche klappte alles zufriedenstellend. Die männliche und weibliche Jugend war mit von ….. und Katzem geliehenem …….. da. Die Kinder antworteten gut. Ich konnte mit allen zufrieden sein .Bei von Meer war dann Empfang des Kirchenvorstandes und des Lehrers Schulte. Als assistierende Geistliche waren außer dem Bischofskaplan Dr. Bruns – auf der Rechnungskammer, in Trier bei dem sehr gestrengen, fast kleinlichen in Finanzdingen, Erzbischof Bornemann ausgebildet- anwesend Pfr. Düster, Pfr. A.D. Schmitt, Dechant Esser, Pfr. Kochs aus Herkenrath.
Um viertel nach acht war Kindersegnung, zu der nicht all zuviele Mütter mit den kleinen erschienen waren, Das Wetter war gut. Auf dem Schulhof standen manche, die von dort der Feier beiwohnten. Erwachsene waren gut beteiligt.