| 12 Kommunionkinder |
Am Weißen Sonntag 1946, dem 28. April, findet die Erste Hl. Kommunion nach dem 2. Weltkrieg statt. Die 12 Kommunionkinder werden beim Hof von Meer abgeholt und zur Notkirche im geschmückten Schulgebäude geführt.
Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Erstkommunion 1946:
April 1946
- Ostermittwoch
Kommunionunterricht hielt Lehrerin Frau Gatzweiler, weil ich an der Kirche zu sehr beschäftigt bin.
Fünf Kommunionanzüge (grau), die Pfarrer Kauff gestern Abend persönlich brachte, bekommen. Krieger, Breuer, Stocken, Flesch, Görtz. 20,-RM jeder. Billig.
- Markusprozession. Schlechtere Beteiligung. Kein Lehrer, keine Lehrerin, kein Brudermeister dabei, die Schulkinder hatten die Hände in den Hosentaschen und die Mütze auf dem Kopf. Wir gingen die Fußfälle nach.
Mittags ließ ich Klara Küppers Unterricht bei den Kommunionkindern halten. Mit ihr und Gretchen Honold übte ich dann.
- Wieder Probe mit Kindern und Messdienern und Einübung von Liedern durch den Herrn Lehrer. Platzanweisung der Kinder.
- Bei Witwe Schmitz bekam ich drei Fahnen, mit denen wir das Schulgebäude schmückten, dazu die lange Fahne „Maria Himmelfahrt“ von Spengler. Dazu kleine Straßenfähnchen und einige Wimpel. 10…. Mädchen nahmen wir noch als Postierung zu beiden Seiten des Altares.
Die kleine Elisabeth Honold und Grete Mütz sind Führengelchen. Die Kinder haben meist frische Blumen im Haar. Frl. Gatzweiler und Frl. Margarethe Honold führen die Kinder.
- Weißer Sonntag:
Abends arbeiteten Hubert Mülfarth und Sibille Roeben und zwei von Schulte bis nach 12 Uhr an der Schmückung des Altars, woran in Grün mit kleinen Blättchen auf Karton aufgeklebt, „Jesus, Heiland, Seligmacher“ prangte. In der Mitte war ein goldener Kelch mit Hostie.
Neben dem Altar an der Männerwand war der Platz für die zwölf Erstkommunikanten, wo ein Teppich hingelegt war. Acht Messdiener waren auch noch eigens instruiert.
Um 7.15 Uhr holten wir mit den meisten Kindern, Messdienern und ….. und drei Fähnchen die zwölf bei von Meer ab. Die Eltern gingen dahinter, der Chor sang das Magnifikat, dann drei Fronleichnamslieder. Die Predigt gelang auch noch sehr gut, sodass alles sehr schön war.
Um 10 Uhr war dann stille Heilige Messe.
Um 15 Uhr die Danksagungsandacht, wo ich nur von den Kleinen vorbeten ließ und Lieder dazwischen singen. Tagsüber besuchte ich alle Elternhäuser und aß und trank mit den Leuten. Dito wohl Frau Gatzweiler und Familie Schulte. Manches gute Gespräch ließ sich da führen. Sehr schönes Wetter war die Tage. Alles grünte und blühte und die Vögel sangen.
- Heute Danksagungsmesse durch Pfr. A.D. Heinrich Schmitt.