Engländer genehmigen Holzeinschlag

logo-kirche-512x512

| Mit Mannschaftswagen in den Wald |

Weitere Finanzierungsquellen für den Wiederaufbau von Kirche, Pfarrhaus und Vikarie wie Kriesgschädeamt und Programm für Kunstdenkmäler wurden angefragt.

Am 2. Dezember 1946 wurden alle Planungsunterlagen beim Bauamt in Jülich abegegeben. Die Genehmigungen und Freigaben durch die britische Militärregierung wurden erwartet, so dass nun das Holz im Pfarrwald im großen Still geschlagen und genutzt werden konnte.

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Wege der Holzbeschaffung

Juni 1946
  1. Das Kriegsschädenamt will mit noch vorhandenen öffentlichen Geldern öffentliche Gebäude, als auch Kirchen und kirchliche Verwaltungsgebäude finanziell bezahlen, wenn Material da ist und die Arbeiten bis zum 31.3.1947 erledigt sind. Sekretär Breuer von Titz sprach darüber. Für uns käme Vikarie und Pfarrhaus in Frage und eventuell die Kirche unter Dach. Ein Kostenüberschlag sei einzureichen.
  1. Auf der K.-Notstandssitzung, der der Ortsbürgermeister und Herbergs noch beiwohnten, besprachen wir das Angebot des Kriegsschädenamtes. Wir versuchen es. Im Übrigen erkannte ich: „Sehe jeder zu, wie er es weiter bringt“: Kräftige Unterstützung findet sich selten.
  1. Josef Herbergs stellte Kostenanschlag für das Vikariatsgebäude in Höhe von 5078,95,-  RM und für das Pastorat für 4563,10 RM fertig. Ich reichte ihn zweifach durch das Bürgermeisteramt Linnich beim Kriegsschädenamt ein.
  1. Den Kirchenvorstand ließ ich die Übertragung der Aufbauarbeiten an den Architekten Hans Laxner in Krefeld beschließen. Ein entsprechender Antrag wurde dem Bischof dafür und für die Reparatur der Vikarie und des Pastorats eingereicht.
  1. Architekt Laxner brachte die genaue statische Berechnung der Kirche.
Juli 1946
  1. Msgr. Schümmer vom Generalvikariat besichtigte Kirche, Pastorat und Vikarie. Ohne Genehmigung sei doch nicht zu bauen. Wahrscheinlich würde das General-Vikariat Baumaterialien verteilen können, aber alles sei noch ungeregelt.
November 1946
  1. Franz Hilgers kam von Lindern und sortierte mit Bergrath und Küppers und dem Knecht von Meyers das Holz der Kirche auf Verwendbarkeit zum Neubau oder nicht.
  1. Mit Zimmermann Jansen von Ralshoven und Franz Hilgers fuhr ich zur Besichtigung unseres Waldes, ob darin wohl vier Eichen à 10,40 Meter wären. Knapp sind sie unter den 50 Eichen drin. Der Haumeister Hamacher riet uns Tausch durch den Forstmeister (aus Westfalen, doch von Ostpreußen kommend) an. Doch der war nicht in der Försterei. Herr Laufs (mit Schrey verwandt) riet uns, Dienstag wieder zu kommen. Oberförster ist ein Schiele, Revierförster ein Groß aus Höfen, alles neue Kräfte.
    Die Akten über unseren Kirchenwald sind dem Forstamt in Meschede verbrannt. Jansen soll mir eine Holzkiste machen.
  1. Der Zimmermann Jansen aus Ralshoven soll das Dach der Kirche machen. Es soll versucht werden, aus unserem Pfarrwald das nötige Holz zu bekommen.
  1. Ich fuhr zum Forstmeister nach Hambach. Für den Turm will er kein Holz freigeben und bloß die Hälfte abholzen lassen. Der Engländer muss alles genehmigen und könnte eventuell das Holz noch beschlagnahmen. Ebenso muss die Abteilung Landwirtschaft des Landratsamtes und das Landesforstamt in Bonn uns den Lohnschnitt genehmigen. Das Kopfholz können wir mit nach Haus holen und auch die Hottorf zustehenden Nummern Brennholz. Wir selbst müssten das Holz fällen.
  1. Ich fuhr zum Kreisbauamt. Ein Herr Graf sagte mir, der Kommandant müsse für Kirchenreparaturen seine Zustimmung geben. Ich hin. Der Dolmetscher Hermanns meinte, es sei wenig Aussicht vorhanden, diese zu erlangen. Der Kommandant Richardson telefonierte nach Aachen, ob einschränkende Bestimmungen da seien. „Nein“ hieß es. Kreisbaumeister Brisse wollte da noch nicht richtig ran. Doch Hermanns sagte ihm, er könne es ruhig wagen. Ich nun zu Herrn Brisse hinein. Er bezeichnete es als seltsam, dass der Kommandant einen guten Tag hatte und ich an Holz komme, wo Jülich nicht mal Brandholz genug geschlagen bekommt. Ich solle durch Stegemann-Förster eine Materialaufstellung hereinreichen, er solle als Bauunternehmer fungieren. 10 – 12.000,- RM solle die hoch sein. Er würde mir dann eine vorläufige Genehmigung für den Holzschnitt geben. Bis 10.000 ,- RM könne der Kreis geben, aber damit wir Material bekämen, solle ich höher gehen, vor allem Dachziegel, Ziegelsteine  und Zement. Gerhard Schmitz fuhr nach Körrenzig zu Förster hin. Er kommt am 24.11.
  1. Herbergs soll ausrechnen, was wir an Holz für Bänke, Empore und Turm ( Treppen und Glockenstuhl) nötig haben.
    Hinter Zement und Gips war ich her. 50 Pfund kamen von Baur & Cie. Alle gesammelten Gelder tun wir auf die Spar – und Darlehenskasse.
    Bärbchen Mülfarth muss mir viel abschreiben, weil die Schreibmaschine noch immer in Linnich ist. Käthe Schulte schreibt die statistischen Berechnungen ab.
  1. Nach dem Hochamt kam Maurermeister Förster von Körrenzig und gab seine Unterschrift – vier Mal als Baumeister des Kirchenaufbaus. Wir sollten die Pläne des Architekten nur einreichen. Die Baubeschreibung über setzt Tonger ins Englische. Bergrath sorgte für ein Auto, dass Samstag die Pannen holt.
  1. Nachdem ich die Unterlagen gut ausgefüllt hatte, fuhr ich zu Förster Körrenzig, der aber in Jülich im Entnazifizierungsausschuss schon war. Auf dem Baubüro beriet mich ein Lutz anderthalb Stunden lang.
    Bonn soll die Kirche in das Programm für die Kunstdenkmäler aufnehmen. Er telefonierte dahin. Aber der Architekt müsse alles einreichen u.u.a. sechsmal die statische Berechnung, dreimal je zwei Pläne, zweimal die Zeichnung zur statischen Berechnung und unter 10.000,- RM bleiben.
    Besonders genau prüfe der Engländer das Holz, der Förster müsse genau dasselbe Quantum genehmigen. In drei Wochen könne die Genehmigung des Engländers da sein. Lutz gab noch eine Liste der Gegenstände mit, für die kein Holz genehmigt wurde. U.a. nicht für Treppen und Fußböden. Ich schickte Hubert Müller zu Architekt Laxner. Der nahm die Sache sehr leicht und liefert alles bis Montag.
Dezember 1946
  1. In Jülich mit Architekt Laxner zum Kreisbauamt. Nun schienen alle Unterlagen da zu sein. Zeichnungen, statistische Berechnungen, Holzleisten usw..
    In vier Wochen soll es nach Prüfung durch das Bauamt und nach Genehmigung durch die Engländer so weit sein, dass wir für den Holzschnitt einkommen können.
  1. Von Ameln kommt ein Fragebogen wegen Material für den Kirchenbau für nächstes Jahr.
  1. Wegen der Kälte nur die Soldatenmesse schlechter besucht.
    Holz können sich die Hottorfer auf Kohlenkarte im Hambacher Wald holen. Edliner, Stamm-Schunck und Müllers holten etwas.
Januar 1947
  1. Ich fuhr mit dem Rad nach und fuhr zum Revierförster Gros, der mich zum Mittagessen einlud. Als ich wiederkam, waren die Hottorfer gerade abgefahren und lagen an der Chaussee fest.
    Bei regnerischem Wetter war ich um 16 Uhr zu Hause, hörte die Krankenbeichte und erfuhr, dass mittlerweile 2.700 Dachziegel angekommen waren. Meine Schwester war rundgelaufen, um das Geld dafür zusammen zu holen. Sie sind sehr sauer, aber wir sind sehr froh, dass wir sie haben. Plötzlich kommen jetzt ganze Lastzüge voll gegen Geld und Naturalien. Man rät uns, so auch die Ziegel für das Kirchendach zu kaufen.
  1. Zum Wald fuhren: Hubert Dohmen, Peter Bergrath, Franz Mütz, Max und Josef Meyers, Paul Seyfried, J. Spengler, M. Küppers, Johann Emmerich, Anton Hochstein, Wilhelm Honold, P. Deuser und Martin Lemm. Heinrich Reitz für Peter Schmitz. F. Schulte-Meyers stellte wieder die Wagen und die Pferde mit P. Schmitz.
    Gestern brachten sie 36 dicke Fichtenstämme mit, heute 30 und 2 Eichenstämme. Vielleicht ist das ein Fünftel.
    Einiges Holz bringen sich die Leute für sich mit. Sonntag unter anderem Küppers, Meiers, Emmerich.
  1. Die erste hl. Messe hielt ich um halb sieben,
    Um 7 Uhr fuhr der Traktor mit zwei Anhängern und einem „Mannschaftswagen“ von der Mühle und folgenden Leuten los: G. Völker, Knecht von Gerwin Schmitz und Krauthausen und zwei von Schiffer, M; Josef Meyers, Hubert Mülfarth, Wilhelm Küppers, Anton Schiffer, Friedrich Lieven, Havlena, Emil, Matthias Mütz, Keutmann, Nikola Deuser, Hubert Heister, Engelbert Krichel, Peter Jäger, Josef Spengler, und Jansen von Ralshoven.
    Der Revierförster erschien und sagte, dass Holz müsse abgemessen werden, auch das in Hottorf. Sein Gehilfe Fischer solle hin. Komisch, diese Stimmungsänderung: vorige Woche noch hieß es von ihm: „Fahren Sie es nach Hause!“
    Doch der Forstmeister von Twickel aus Ostpreußen (in der Partei) beheimatet in Westfalen, ist wieder eingesetzt, er war suspendiert, wohl weil er zu wenig Brandholz lieferte. Dumm war, dass wir kein Fuhrwerk bei uns hatten. Aber wegen des eisigen Windes war kein Pferd zu haben.
  1. Heute fuhr Johann Krauthausen mit seinen zwei Pferden und Wagen. Gestern waren die Pferde von Matthias Mütz und Heinrich Deuser da. Heute ritt M. Schmitz mit zwei Pferden Erichs um 6 Uhr vor.
    Der Traktor beförderte: Anton Schiffer, Peter Jäger, Josef Berden, Christian Kraft, Heinz Krauthausen, Josef Mülfarth, Wilhelm Küppers, Johann Emmerich, Erich von Meer mit Karl Heister. Bloß einmal kam der Traktor zurück.
    Auf dem „Karusseleplei“ (Kirmesplatz an der Maar) wurde kurz geschnittenes und langes gelagert – auch am Pastorat.
    Ich war in Ralshoven beim Schneidewerk Spenrath, der nicht schlecht schimpfte, weil er unseretwegen sieben Mal die Säge hatte schleifen müssen, da in dem Holz (aus den Bunkern) Eisen war. Den ganzen Tag hatte er für den…. Holz gebraucht.
    Er sagte, der Forstmeister wäre gar nicht berechtigt, uns das Holz so zu bewirtschaften.
    Er riet zu Holzkäufen im Sauerland. Andreas Jansen holte ich, der uns ein Großteil Holz sofort vermaß.
    Kaspar Mütz hatte uns das von Spenrath zu Balken verschnittene Holz nach Ralshoven hingefahren und es heute mit August Lorenz in die Küche des Pastorats gebracht. So kamen wir also in dieser Woche ein sehr großes Stück weiter; „Sie können wegen des Holzes eine Dankandacht halten!“ sagte Andreas Jansen.
  1. Ich fuhr zum Forstmeister von Twickel nach Hambach und erreichte von ihm die Freigabe der restlichen Fichten, den Austausch von sechs Eichen und besprach mit ihm die zukünftige Aufforstung. Vielleicht mit unseren Leuten im Mai. Fichten, wo jetzt Eichenkahlschlag ist. Forstanwärter Fischer bezeichnete uns die zu schlagenden Fichten und gestattet mit dem Revierförster, dass wir die acht abgeschlagenen Eichen für die Inneneinrichtung nach Hause holen. Ob wir so an da nötige Holz aus eigenen Beständen kommen und im Wege des Umtausches zu Fichten für 400 qm Dachbretter?
März 1947
  1. Heute fuhren fünf Wagen mit zehn Pferden ca. 65 Stämme in Hambach holen. Froitzheims Wagen mit Dederichs Paul und Engelbert Steffens Pferden. Peter Bergrath, August Lorenz, Matthias Mütz mit Pferd und Wagen. Erichs Pferde und Wagen mit Ton Küppers. Josef Schiffer, Heinrich Deuser, Heinrich Krichel, Krauthausen mit Wagen und einem Pferd, das zweite von Spengler. Meyers Johann mit einem Pferd und Wagen, das zweite Pferd mit Martin Lemm.
April 1947
  1. Weißer Sonntag. Unsere Kinder gehen vielleicht Pfingsten.
    Freitag war ich beim Forstmeister von Twickel und Revierförster Groß und Hausmeister Hamacher und ließ fünf Eichen à 11 Meter von 16 x 18 cm fällen.
Mai 1947
  1. Auf der Ortsversammlung für den Kirchenbau bei Althoff war sozusagen nichts da. Trotzdem wird gebaut. Diese Woche Freitag soll das restliche Holz aus dem Wald nach hier.
Juni 1947
  1. Vom 16. An begannen meine Fahrten, öfters nach Neuwerk und nach Wuppertal-Cronenberg, Dahlerau, Iserlohn-Hemer, Einsal, Nordenau.
    Zuerst bemühte ich mich um eine Kreissäge …… Von Franz Hilger, der uns einen fahrbaren Schlitten für eine fest montierte Kreissäge feststellte. Herr Arnold Janse, P. Bergrath, und ich morgen eigens dorthin gefahren (auf dem Rückweg hatten wir Oidtmann besichtigt – musste ich drei Adressen : ein Felder in Dahlerau hinter Wuppertal, eine in Cronenberg – einige Nägel brachte ich wenigstens von der Firma Putsch mit – und eine dritte. Leider war alles Fahren vergeblich.
    Die Kreissäge ….. hätte uns August Brack liefern können, aber sie erstand sich Arnold Jansen selbst bei einem Bekannten in Mülforth. Nun fehlen uns noch die Blätter von 80cm Durchmesser und einige Feilen. Einen Schmirgelstein hat August Brack.
    In Neuwerk bemühte ich mich um Ziegelsteine. Mit 50 Pfund fiel ich herein. Die Schwindler kamen gar zweimal bis hier, um „die Kirche zu besichtigen“, sie wollten sie auch aufmauern. Durch einen anderen Mittelsmann aus Hermges kam ich dann endlich zu der Firma Bausen, die bis jetzt ca. 4000 Steine lieferte. Natürlich muss „kompensiert“  werden. Heute ist das ja halbwegs gestattet.
    Öfter fuhr ich mit dem Fahrrad nach und  von Mönchengladbach.
    Um Nägel bemühte ich mich sodann in Iserlohn. Dort stieg ich bei Fr. J. Weil ab, der eine Christopherin geheiratet hat, die selbst eine große Fabrik besitzen. Im katholischen Waisenhaus der Aloysius… logierte ich tags vor dem Aloysiusfeste. Männig-Baute versprach zu helfen und lieferte ein Paket.
    In Hemer bekam ich gegen Kompensation 15 kg, nachdem ich bei einer Firma vergeblich vorsprach.
    Auf dem Rückweg traf ich bei Zugkontrolle in Schwerte Bekannte aus Örath-Ütterath: v.d. Lohe,.
    Von August Brack erhielt ich die Adresse seines Schwagers Böger in Einsal bei Altena, der mir mit Eisenschienen helfen würde. Sehr freundliche Aufnahme und das Versprechen eines Scheines von 3-5 Z, den der Chef selber geben würde. Doch der war….So musste ich dann am selben Tag das Lennetal  hinauf über Altenhunden-Gleichdorf nach dem Luftkurort Nordenau, wo ich beim Pfarrer sehr gut aufgehoben war. Ein Besuch bei den Gebrüdern Tommes war vergeblich. Ich muste zu Minister Nölting um einen Freigabeschein.  
Nach oben scrollen