Abstimmung über Schulform

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| Eltern stimmen ab |

Im März 1946 stimmen Eltern über die künftige Schulform ab. Neben der konfessionellen katholischen Schule, für die die Hottorfer sich entscheiden, steht noch die „Einheitsschule“ zur Wahl.

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Abstimmung zur katholischen Schule: 

März 1946

  1. Am Tag der heiligen Gertrud musste ich das Hirtenschreiben ………. Einwilligung der konfessionellen Schule auf Wunsch der abstimmenden Eltern verlesen.
    Das Abstimmungsformular ist sehr kompliziert. St. Bürokratius hat Pate gestanden. Fast könnte es erscheinen, als ob die Tatsache, dass, wenn keine Eltern für diese Schule abstimmen, die Sammelschule kommt, eine Bevorzugung der Sozialisten bedeutet, die ja die „Einheitsschule“ wünschen. Die alten Mätzchen werden wieder aufgewärmt: Es gibt kein mathematisches Rechnen, keinen katholischen Fußball usw. . Es gibt aber wohl einen Katholiken, der rechnet und Fußball spielt. Aber solche Antworten weiß das verblüffte Volk oft nicht zu geben.
    Es ist wohl kein Zweifel, dass sich Hottorf zu einhundert Prozent für die konfessionelle katholische Schule entscheidet.
    Schroeder in Palenberg hat nicht die Hoffnung, dass bei ihm die Mehrheit dafür ist. In den Städten werden wir wohl Inseln minderer Religiösität erhalten. Religionsunterricht soll auch noch in den Sammelschulen sein. Auch die Evangelischen setzten sich für die religiöse Schule ein. Interessant der Brief des Amtsbruders „der anderen Fakultät“ des Pfarrer Fehsenfeld von Marklohe dazu. Im Herbst war er noch dagegen, auch die niedersächsische Splitterpartei wird sich dafür einsetzen, wie Pfarrer Stegemann von Magelsen schrieb.
  1. Zum letzten Teil des Hirtenbriefes sprach ich ernste Worte zur Not der Zeit. Nach dem Hochamt verteilte Lehrer Schulte die Abstimmungsformulare, deren Kopf er ausfüllte. Viele füllten ihn sofort aus.
    Auf dem …  in Rödingen hieß es, dass die Militärregierung an den Bischof herangetreten sei, die Schulabstimmung bis nach den Wahlen zu verschieben. Er lehnte in fünf Sätzen dieses Entgegenkommen gegen Sozialisten und Kommunisten ab, denen es natürlich hier unangenehm ist, gegen die konfessionellen Schulen Stellung nehmen zu müssen.
    Mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen sind ungültig, weil die Unterschrift in Blockschrift geleistet worden war.
  1. Eine Kalamität ist das mit den Schulabstimmungsformularen bzgl. Blockschrift der Adresse des Abstimmenden und Zeugen und der Unterschrift dieser Leute. Man staunt auch sonst bei der Durchsicht der Zettel über die Dummheit und die Unbeholfenheit der Leute. Noch drei Familien sind im Rückstand mit der Willenserklärung. Wenn die Behörde kleinlich ist, kommen nicht die vom Bischof erwarteten 90-94 Prozent heraus, besonders, wo die Sozis und Kozis so Gegenpropaganda machen.

    Immer mehr Kofferer Kinder kommen nach hier zum Unterricht. Jetzt vielleicht schon 25.
    In Kofferen und Boslar ist bisher noch immer kein Schulunterricht. Also fast zwei Jahre lernten die Kinder nichts.
  1. Einstimmig stimmten die Eltern für die katholische Schule.
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