1974

Adventsfeier für die Senioren

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| Pfarrgemeinderat und Frauen- und Müttergemeinschaft laden ein |

Die neuen Räumlichkeiten des Jugendheims werden für eine jährliche Seniorenfeier genutzt.

Die Lokalzeitung nimmt das vierte Treffen als Anlass für einen Bericht:

In memoriam Hubert Reiners

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| Grabkammer entdeckt |

Am 7.11.1974 wird Ehrendechant Reiners in der Nähe der Kirche auf dem Hottorfer Friedhof beigesetzt.

Jülicher Nachrichten berichten am Vortag der Beerdigung:

Pfarrer Joussen berichtet dazu in seiner Pfarrchronik:

In memoriam Dechant Huber Reiners

Nach langer und schwerer Krankheit verstarb am Allerseelentage, dem 2.November1974, der Hochwürdige Herr Ehrendechant Hubert Reiners, der frühere Pfarrer in Hottorf. Folgenden Nachruf veröffentlichte ich in der Presse:

„Tief bewegt nimmt die Pfarrgemeinde St. Georg zu Hottorf Abschied von diesem aufrechten und charaktervollen Mann, von dem tieffrommen und äußerst eifrigen Priester. Der Verstorbene war ein Mann mit einem stark ausgeprägten Willen, der ihn den Weg treuer Zielstrebigkeit gehen ließ, unbekümmert um Lob oder Tadel der Menschen. Anfang des Jahres 1941 kam er als Pfarrer nach Hottorf und war in der Zeit schlimmster Verirrungen und Wirrungen ein wahrer Sorger der ihm anvertrauten Seelen, Hirt und Vater seiner Gemeinde, mit der er Freude und Leid aufrichtig teilte. Sehr schwer trug er an der Zerstörung seines Pfarrortes und seiner schönen Kirche, deren Wiederaufbau er seine ganzen Kräfte widmete, die ihm aber auch seine Gesundheit raubte. Sein wichtigstes Anliegen aber war die religiöse Neu­belebung nach dem Kriege. In der Umgebung des Ortes ließ er verschiedene Kreuz­wegstationen als Gebetsstätten erbauen. Er schaffte die Möglichkeit zum späteren Bau eines Pfarrheimes. Überall legte er mit äußerstem Fleiß und ohne Schonung seiner körperlichen Kräfte selbst Hand an. Vor keiner Arbeit scheute er zurück, kannte keine Müdigkeit und Schwäche, wenn es galt, das Wort Gottes zu verkünden, die Jugend zu unterrichten. Als Religionslehrer an der Berufsschule in Jülich war er viele Jahre erfolgreich tätig. Ebenso erfolgreich war er um die Heranbildung des Priesternachwuchses bemüht. Als er merkte, daß die Sonne seines Lebens sich dem Untergang zuneigte, verließ er 1968 die Pfarre Hottorf. Er starb als ein aufrechter Diener seines Herrn, betrauert von einen dankbaren Pfarr­kindern, in deren Gedächtnis sein segensreiches Wirken weiterleben wird.“

Das Begräbnis war die größte religiöse Veranstaltung, die ich bisher in Hottorf erlebt habe. Sehr viele Kleriker aus den Bistümern Aachen und Köln waren anwesend. Die Exequien zelebrierte der Dechant des Dekanates Linnich, H.H. Dechant Cornelius Jansen aus Gereonsweiler, während H.H. Prälat Prof. Dr. Herkenrath aus Köln eine hervorragende, viel beachtete Predigt hielt. Der Hochwürdigste Herr Weihbischof Josef Buchcremer nahm die Segnungen am Grabe vor.

Als Begräbnisstätte war zunächst die Priestergrabstätte an der Sakristei vorgesehen. Als aber die städtischen Arbeiter am Morgen des Beerdigungstages dort das Grab ausheben wollten, fand man alsbald – etwa 40 cm – unter dem Erdboden eine mit Betonplatten abgedeckte Grabkammer eines früheren Hottorfer Pfarrers. Auch seitlich dieser Grabkammer war kein Platz mehr für ein neues Grab. – Deshalb benachrichtigte ich sofort den Stadtdirektor in Linnich. Dieser kam sofort nach Hottorf, und wir suchten gemeinsam ein neuen geeigneten Platz für das Priestergrab. Diesen fanden wir nahe bei dem Hochkreuz in dem neu angelegten Teil des Friedhofes. Dieser Friedhofabschnitt gehört parzellenmäßig zum Pfarrgarten. Ohne behördliche Genehmigung hat man diesen Teil des Pfarrgartens dem Friedhof angefügt , um einen Nutzen aus der Verpachtung der „privaten Grabstätten“ zu erlangen. – Demnach wurde Hw. Herr Dechant Reiners in seinem Pfarrgarten beerdigt.

Quelle: Pfarrarchiv, Pfarrchronik Pfr. Joussen

Pfarrhaus wird vermietet

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| Erster Mieter wurde Familie Hölscher |

Pfarrer Joussen schreibt dazu in seiner Pfarrchronik:

Seit dem Auszug des Pfarrverwesers, Herrn Dr. Deden, stand das Pfarrhaus leer und blieb lange Zeit unbewohnt. Lediglich zwei  Zimmer, eines zur Straßenseite und eines zur Gartenseite dienten als Büroräume der pfarrlichen Nutzung. Im Frühjahr 1973 sollten drei Patres, die im Auftrage des Landschaftsverbandes als Spezialisten den Drogensüchtigen arbeiteten, dort einziehen. Nach eingehenden Überlegungen wählten die Patres, die in Düren stationiert waren, das Pfarrhaus in Bourheim als ihren Wohnsitz.

Im Juni 1973 wurde mir vom Generalvikariat Aachen mitgeteilt, dass der bereits im Ruhestand lebende Pfarrer Johannes Roderburg von Düren nach Hottorf ziehen werde. Er solle im Pfarrhaus wohnen und sei zur Mitarbeit in der Seelsorge bereit…

Im Sommer 1973 ließ ich am Pfarrhaus verschiedene Reparaturarbeiten vornehmen, um das Haus für den pensionierten Pfarrer möglichst wohnlich zu gestalten. U.a. wurde in der Diele eine Trennwand aus Glas mit einer Durchgangstür eingebaut, um Privat- und Dienstzimmer voneinander zu trennen. …  Als schließlich alle Arbeiten beendet waren, konnte Pfarrer Roderburg einziehen. Einige Tage später stellte er sich dem Kirchenvorstand vor.

Leider war sein Aufenthalt in der Pfarre Hottorf jedoch von kurzer Dauer. Infolge einer alten Erkrankung mußte er nach sechs Wochen ins Krankenhaus nach Birkesdorf, … Deshalb entschloß sich Pfarrer Roderburg, Hottorf sofort wieder zu verlassen, um in Düren Wohnung zu nehmen.

Nun stand das Pfarrhaus wieder leer. Deshalb veröffentlichte ich im Pfarrbrief vom 1.1.1974 eine Notitz, durch welche ich im Einvernehmen mit dem Regionaldekan das Pfarrhaus – außer den beiden zum Garten hin gelegenen Dienstzimmern – als Mietwohnung anbot.

Quelle: Pfarrarchiv, Pfarrchronik Pfr. Joussen

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