1946

Krippenfeier 1946 mit Chorgesang

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| 20 Programmpunkte |

In den Unterlagen des Pfarrarchivs befindet sich der Plan für die erste Krippenfeier nach dem Krieg im Dezember 1946. Diese umfasst neben den klassischen Weihnachtsliedern auch Liedvorträge durch den Kirchenchor, eine Predigt und eine Kollekte. 

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Erstes Krippenspiel nach dem 2. Weltkrieg:  

Dezember 1946

  1. Sehr kalt. Generalprobe für das kirchliche Krippenspiel um 11 und um 3 für das auf dem Saal eine erste Probe.

  1. Freitag war nur eine schöne schulische Weihnachtsfeier mit Gedichten, Liedern und der heiligen Geschichte nach Mockenhaupt. Nachher gab es für jedes Kind zwei Tafeln Schokolade, von der Schweizer Spende.
    Erkältung stellte Zahnarzt Emmerich bei mir fest.
  1. Ich hörte in Gevelsdorf von 10-12.15 Uhr Beichte.; sehr erfreulich. Hier Pfarrer Düster. Sehr viele gingen. Nachmittags jeder bei sich.
  1. Um 6 Uhr Engelamt. Nachher „Stille Nacht“. Sehr viel Kommunizierte. Meine Freude stieg. Ich sprach zweimal über: „Schlimmstes Weihnachten wegen Millionen Heimatloser“.
    An den beiden Tagen kamen 525,-RM Kollekte für die Armen und für kirchliche Zwecke ein.
    Auf dem Tabernakel stand des Herbergs kleine Krippe. Ein Birnchen durch Brack.
    Vom Amt hatten wir 54 kleine Kerzen. Sie steckten zur Hälfte an den vier Tannenbäumen rechts und links des Altars. Auf dem Altar selbst auf zwei Bäumchen. Hinter ihm hoch an der Wand das blaue Tuch mit vielen goldenen Sternen. Je drei Kerzen.
    Um 17.30 Uhr Krippenspiel. Keine Bänke und Stühle in der Kirche. Sehr voll war es. Drei Adventslieder mit Trompete und Geige begleitet: Johann Heister, Gottfried Völker und Jakobs von Glimbach. Hubert Mülfarth hatte mit seiner Sybille Roeben die Stellungen der Engel, der Mutter Gottes und des Erzengels Gabriel eingeübt. Bärbchen Mülfarth und Lena Deuser waren das. Doch Bärbchen hat fast all ihr Haar durch ihre Krankheit verloren. Die Verkündungsszene war aus dem Gut, dass die katholische Jugend herausgab. Als ……… kam des Drei-König-Spiels, das wir im vorigen Jahr in Lövenich sahen. Dazwischen die Heilige Geschichte, gesungen nach der Komposition des Pfarrer Düster. Ferner war die Herbergssuche noch drin. Josef Mülfarth, Hubert Völker, Franz Josef Lieven und Josef Rixgens sangen mit. Das ganze war sehr schön. Am Schluss Aussetzung, Segen und Kollekte durch die Engelchen.

  1. Im Hochamt spielte Jakobs auf der Geige. Besser und leiser als gestern.
    17.30 Uhr wieder das Krippenspiel.

Engländer genehmigen Holzeinschlag

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| Mit Mannschaftswagen in den Wald |

Weitere Finanzierungsquellen für den Wiederaufbau von Kirche, Pfarrhaus und Vikarie wie Kriesgschädeamt und Programm für Kunstdenkmäler wurden angefragt.

Am 2. Dezember 1946 wurden alle Planungsunterlagen beim Bauamt in Jülich abegegeben. Die Genehmigungen und Freigaben durch die britische Militärregierung wurden erwartet, so dass nun das Holz im Pfarrwald im großen Still geschlagen und genutzt werden konnte.

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Wege der Holzbeschaffung

Juni 1946
  1. Das Kriegsschädenamt will mit noch vorhandenen öffentlichen Geldern öffentliche Gebäude, als auch Kirchen und kirchliche Verwaltungsgebäude finanziell bezahlen, wenn Material da ist und die Arbeiten bis zum 31.3.1947 erledigt sind. Sekretär Breuer von Titz sprach darüber. Für uns käme Vikarie und Pfarrhaus in Frage und eventuell die Kirche unter Dach. Ein Kostenüberschlag sei einzureichen.
  1. Auf der K.-Notstandssitzung, der der Ortsbürgermeister und Herbergs noch beiwohnten, besprachen wir das Angebot des Kriegsschädenamtes. Wir versuchen es. Im Übrigen erkannte ich: „Sehe jeder zu, wie er es weiter bringt“: Kräftige Unterstützung findet sich selten.
  1. Josef Herbergs stellte Kostenanschlag für das Vikariatsgebäude in Höhe von 5078,95,-  RM und für das Pastorat für 4563,10 RM fertig. Ich reichte ihn zweifach durch das Bürgermeisteramt Linnich beim Kriegsschädenamt ein.
  1. Den Kirchenvorstand ließ ich die Übertragung der Aufbauarbeiten an den Architekten Hans Laxner in Krefeld beschließen. Ein entsprechender Antrag wurde dem Bischof dafür und für die Reparatur der Vikarie und des Pastorats eingereicht.
  1. Architekt Laxner brachte die genaue statische Berechnung der Kirche.
Juli 1946
  1. Msgr. Schümmer vom Generalvikariat besichtigte Kirche, Pastorat und Vikarie. Ohne Genehmigung sei doch nicht zu bauen. Wahrscheinlich würde das General-Vikariat Baumaterialien verteilen können, aber alles sei noch ungeregelt.
November 1946
  1. Franz Hilgers kam von Lindern und sortierte mit Bergrath und Küppers und dem Knecht von Meyers das Holz der Kirche auf Verwendbarkeit zum Neubau oder nicht.
  1. Mit Zimmermann Jansen von Ralshoven und Franz Hilgers fuhr ich zur Besichtigung unseres Waldes, ob darin wohl vier Eichen à 10,40 Meter wären. Knapp sind sie unter den 50 Eichen drin. Der Haumeister Hamacher riet uns Tausch durch den Forstmeister (aus Westfalen, doch von Ostpreußen kommend) an. Doch der war nicht in der Försterei. Herr Laufs (mit Schrey verwandt) riet uns, Dienstag wieder zu kommen. Oberförster ist ein Schiele, Revierförster ein Groß aus Höfen, alles neue Kräfte.
    Die Akten über unseren Kirchenwald sind dem Forstamt in Meschede verbrannt. Jansen soll mir eine Holzkiste machen.
  1. Der Zimmermann Jansen aus Ralshoven soll das Dach der Kirche machen. Es soll versucht werden, aus unserem Pfarrwald das nötige Holz zu bekommen.
  1. Ich fuhr zum Forstmeister nach Hambach. Für den Turm will er kein Holz freigeben und bloß die Hälfte abholzen lassen. Der Engländer muss alles genehmigen und könnte eventuell das Holz noch beschlagnahmen. Ebenso muss die Abteilung Landwirtschaft des Landratsamtes und das Landesforstamt in Bonn uns den Lohnschnitt genehmigen. Das Kopfholz können wir mit nach Haus holen und auch die Hottorf zustehenden Nummern Brennholz. Wir selbst müssten das Holz fällen.
  1. Ich fuhr zum Kreisbauamt. Ein Herr Graf sagte mir, der Kommandant müsse für Kirchenreparaturen seine Zustimmung geben. Ich hin. Der Dolmetscher Hermanns meinte, es sei wenig Aussicht vorhanden, diese zu erlangen. Der Kommandant Richardson telefonierte nach Aachen, ob einschränkende Bestimmungen da seien. „Nein“ hieß es. Kreisbaumeister Brisse wollte da noch nicht richtig ran. Doch Hermanns sagte ihm, er könne es ruhig wagen. Ich nun zu Herrn Brisse hinein. Er bezeichnete es als seltsam, dass der Kommandant einen guten Tag hatte und ich an Holz komme, wo Jülich nicht mal Brandholz genug geschlagen bekommt. Ich solle durch Stegemann-Förster eine Materialaufstellung hereinreichen, er solle als Bauunternehmer fungieren. 10 – 12.000,- RM solle die hoch sein. Er würde mir dann eine vorläufige Genehmigung für den Holzschnitt geben. Bis 10.000 ,- RM könne der Kreis geben, aber damit wir Material bekämen, solle ich höher gehen, vor allem Dachziegel, Ziegelsteine  und Zement. Gerhard Schmitz fuhr nach Körrenzig zu Förster hin. Er kommt am 24.11.
  1. Herbergs soll ausrechnen, was wir an Holz für Bänke, Empore und Turm ( Treppen und Glockenstuhl) nötig haben.
    Hinter Zement und Gips war ich her. 50 Pfund kamen von Baur & Cie. Alle gesammelten Gelder tun wir auf die Spar – und Darlehenskasse.
    Bärbchen Mülfarth muss mir viel abschreiben, weil die Schreibmaschine noch immer in Linnich ist. Käthe Schulte schreibt die statistischen Berechnungen ab.
  1. Nach dem Hochamt kam Maurermeister Förster von Körrenzig und gab seine Unterschrift – vier Mal als Baumeister des Kirchenaufbaus. Wir sollten die Pläne des Architekten nur einreichen. Die Baubeschreibung über setzt Tonger ins Englische. Bergrath sorgte für ein Auto, dass Samstag die Pannen holt.
  1. Nachdem ich die Unterlagen gut ausgefüllt hatte, fuhr ich zu Förster Körrenzig, der aber in Jülich im Entnazifizierungsausschuss schon war. Auf dem Baubüro beriet mich ein Lutz anderthalb Stunden lang.
    Bonn soll die Kirche in das Programm für die Kunstdenkmäler aufnehmen. Er telefonierte dahin. Aber der Architekt müsse alles einreichen u.u.a. sechsmal die statische Berechnung, dreimal je zwei Pläne, zweimal die Zeichnung zur statischen Berechnung und unter 10.000,- RM bleiben.
    Besonders genau prüfe der Engländer das Holz, der Förster müsse genau dasselbe Quantum genehmigen. In drei Wochen könne die Genehmigung des Engländers da sein. Lutz gab noch eine Liste der Gegenstände mit, für die kein Holz genehmigt wurde. U.a. nicht für Treppen und Fußböden. Ich schickte Hubert Müller zu Architekt Laxner. Der nahm die Sache sehr leicht und liefert alles bis Montag.
Dezember 1946
  1. In Jülich mit Architekt Laxner zum Kreisbauamt. Nun schienen alle Unterlagen da zu sein. Zeichnungen, statistische Berechnungen, Holzleisten usw..
    In vier Wochen soll es nach Prüfung durch das Bauamt und nach Genehmigung durch die Engländer so weit sein, dass wir für den Holzschnitt einkommen können.
  1. Von Ameln kommt ein Fragebogen wegen Material für den Kirchenbau für nächstes Jahr.
  1. Wegen der Kälte nur die Soldatenmesse schlechter besucht.
    Holz können sich die Hottorfer auf Kohlenkarte im Hambacher Wald holen. Edliner, Stamm-Schunck und Müllers holten etwas.
Januar 1947
  1. Ich fuhr mit dem Rad nach und fuhr zum Revierförster Gros, der mich zum Mittagessen einlud. Als ich wiederkam, waren die Hottorfer gerade abgefahren und lagen an der Chaussee fest.
    Bei regnerischem Wetter war ich um 16 Uhr zu Hause, hörte die Krankenbeichte und erfuhr, dass mittlerweile 2.700 Dachziegel angekommen waren. Meine Schwester war rundgelaufen, um das Geld dafür zusammen zu holen. Sie sind sehr sauer, aber wir sind sehr froh, dass wir sie haben. Plötzlich kommen jetzt ganze Lastzüge voll gegen Geld und Naturalien. Man rät uns, so auch die Ziegel für das Kirchendach zu kaufen.
  1. Zum Wald fuhren: Hubert Dohmen, Peter Bergrath, Franz Mütz, Max und Josef Meyers, Paul Seyfried, J. Spengler, M. Küppers, Johann Emmerich, Anton Hochstein, Wilhelm Honold, P. Deuser und Martin Lemm. Heinrich Reitz für Peter Schmitz. F. Schulte-Meyers stellte wieder die Wagen und die Pferde mit P. Schmitz.
    Gestern brachten sie 36 dicke Fichtenstämme mit, heute 30 und 2 Eichenstämme. Vielleicht ist das ein Fünftel.
    Einiges Holz bringen sich die Leute für sich mit. Sonntag unter anderem Küppers, Meiers, Emmerich.
  1. Die erste hl. Messe hielt ich um halb sieben,
    Um 7 Uhr fuhr der Traktor mit zwei Anhängern und einem „Mannschaftswagen“ von der Mühle und folgenden Leuten los: G. Völker, Knecht von Gerwin Schmitz und Krauthausen und zwei von Schiffer, M; Josef Meyers, Hubert Mülfarth, Wilhelm Küppers, Anton Schiffer, Friedrich Lieven, Havlena, Emil, Matthias Mütz, Keutmann, Nikola Deuser, Hubert Heister, Engelbert Krichel, Peter Jäger, Josef Spengler, und Jansen von Ralshoven.
    Der Revierförster erschien und sagte, dass Holz müsse abgemessen werden, auch das in Hottorf. Sein Gehilfe Fischer solle hin. Komisch, diese Stimmungsänderung: vorige Woche noch hieß es von ihm: „Fahren Sie es nach Hause!“
    Doch der Forstmeister von Twickel aus Ostpreußen (in der Partei) beheimatet in Westfalen, ist wieder eingesetzt, er war suspendiert, wohl weil er zu wenig Brandholz lieferte. Dumm war, dass wir kein Fuhrwerk bei uns hatten. Aber wegen des eisigen Windes war kein Pferd zu haben.
  1. Heute fuhr Johann Krauthausen mit seinen zwei Pferden und Wagen. Gestern waren die Pferde von Matthias Mütz und Heinrich Deuser da. Heute ritt M. Schmitz mit zwei Pferden Erichs um 6 Uhr vor.
    Der Traktor beförderte: Anton Schiffer, Peter Jäger, Josef Berden, Christian Kraft, Heinz Krauthausen, Josef Mülfarth, Wilhelm Küppers, Johann Emmerich, Erich von Meer mit Karl Heister. Bloß einmal kam der Traktor zurück.
    Auf dem „Karusseleplei“ (Kirmesplatz an der Maar) wurde kurz geschnittenes und langes gelagert – auch am Pastorat.
    Ich war in Ralshoven beim Schneidewerk Spenrath, der nicht schlecht schimpfte, weil er unseretwegen sieben Mal die Säge hatte schleifen müssen, da in dem Holz (aus den Bunkern) Eisen war. Den ganzen Tag hatte er für den…. Holz gebraucht.
    Er sagte, der Forstmeister wäre gar nicht berechtigt, uns das Holz so zu bewirtschaften.
    Er riet zu Holzkäufen im Sauerland. Andreas Jansen holte ich, der uns ein Großteil Holz sofort vermaß.
    Kaspar Mütz hatte uns das von Spenrath zu Balken verschnittene Holz nach Ralshoven hingefahren und es heute mit August Lorenz in die Küche des Pastorats gebracht. So kamen wir also in dieser Woche ein sehr großes Stück weiter; „Sie können wegen des Holzes eine Dankandacht halten!“ sagte Andreas Jansen.
  1. Ich fuhr zum Forstmeister von Twickel nach Hambach und erreichte von ihm die Freigabe der restlichen Fichten, den Austausch von sechs Eichen und besprach mit ihm die zukünftige Aufforstung. Vielleicht mit unseren Leuten im Mai. Fichten, wo jetzt Eichenkahlschlag ist. Forstanwärter Fischer bezeichnete uns die zu schlagenden Fichten und gestattet mit dem Revierförster, dass wir die acht abgeschlagenen Eichen für die Inneneinrichtung nach Hause holen. Ob wir so an da nötige Holz aus eigenen Beständen kommen und im Wege des Umtausches zu Fichten für 400 qm Dachbretter?
März 1947
  1. Heute fuhren fünf Wagen mit zehn Pferden ca. 65 Stämme in Hambach holen. Froitzheims Wagen mit Dederichs Paul und Engelbert Steffens Pferden. Peter Bergrath, August Lorenz, Matthias Mütz mit Pferd und Wagen. Erichs Pferde und Wagen mit Ton Küppers. Josef Schiffer, Heinrich Deuser, Heinrich Krichel, Krauthausen mit Wagen und einem Pferd, das zweite von Spengler. Meyers Johann mit einem Pferd und Wagen, das zweite Pferd mit Martin Lemm.
April 1947
  1. Weißer Sonntag. Unsere Kinder gehen vielleicht Pfingsten.
    Freitag war ich beim Forstmeister von Twickel und Revierförster Groß und Hausmeister Hamacher und ließ fünf Eichen à 11 Meter von 16 x 18 cm fällen.
Mai 1947
  1. Auf der Ortsversammlung für den Kirchenbau bei Althoff war sozusagen nichts da. Trotzdem wird gebaut. Diese Woche Freitag soll das restliche Holz aus dem Wald nach hier.
Juni 1947
  1. Vom 16. An begannen meine Fahrten, öfters nach Neuwerk und nach Wuppertal-Cronenberg, Dahlerau, Iserlohn-Hemer, Einsal, Nordenau.
    Zuerst bemühte ich mich um eine Kreissäge …… Von Franz Hilger, der uns einen fahrbaren Schlitten für eine fest montierte Kreissäge feststellte. Herr Arnold Janse, P. Bergrath, und ich morgen eigens dorthin gefahren (auf dem Rückweg hatten wir Oidtmann besichtigt – musste ich drei Adressen : ein Felder in Dahlerau hinter Wuppertal, eine in Cronenberg – einige Nägel brachte ich wenigstens von der Firma Putsch mit – und eine dritte. Leider war alles Fahren vergeblich.
    Die Kreissäge ….. hätte uns August Brack liefern können, aber sie erstand sich Arnold Jansen selbst bei einem Bekannten in Mülforth. Nun fehlen uns noch die Blätter von 80cm Durchmesser und einige Feilen. Einen Schmirgelstein hat August Brack.
    In Neuwerk bemühte ich mich um Ziegelsteine. Mit 50 Pfund fiel ich herein. Die Schwindler kamen gar zweimal bis hier, um „die Kirche zu besichtigen“, sie wollten sie auch aufmauern. Durch einen anderen Mittelsmann aus Hermges kam ich dann endlich zu der Firma Bausen, die bis jetzt ca. 4000 Steine lieferte. Natürlich muss „kompensiert“  werden. Heute ist das ja halbwegs gestattet.
    Öfter fuhr ich mit dem Fahrrad nach und  von Mönchengladbach.
    Um Nägel bemühte ich mich sodann in Iserlohn. Dort stieg ich bei Fr. J. Weil ab, der eine Christopherin geheiratet hat, die selbst eine große Fabrik besitzen. Im katholischen Waisenhaus der Aloysius… logierte ich tags vor dem Aloysiusfeste. Männig-Baute versprach zu helfen und lieferte ein Paket.
    In Hemer bekam ich gegen Kompensation 15 kg, nachdem ich bei einer Firma vergeblich vorsprach.
    Auf dem Rückweg traf ich bei Zugkontrolle in Schwerte Bekannte aus Örath-Ütterath: v.d. Lohe,.
    Von August Brack erhielt ich die Adresse seines Schwagers Böger in Einsal bei Altena, der mir mit Eisenschienen helfen würde. Sehr freundliche Aufnahme und das Versprechen eines Scheines von 3-5 Z, den der Chef selber geben würde. Doch der war….So musste ich dann am selben Tag das Lennetal  hinauf über Altenhunden-Gleichdorf nach dem Luftkurort Nordenau, wo ich beim Pfarrer sehr gut aufgehoben war. Ein Besuch bei den Gebrüdern Tommes war vergeblich. Ich muste zu Minister Nölting um einen Freigabeschein.  

Sechs Mandate im Gemeinderat gewählt

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| 86% Wahlbeteiligung |

Am 15. September 1946 gab es in der französischen und britischen Besatzungszone die ersten Kommunalwahlen nach dem 2. Weltkrieg statt. Das Wahlsystem der Kommunalwahlen war ein mehrheitsorientiertes System mit Verhältnisausgleich, bei dem der einzelne Wähler mehrere Personen wählen konnte (in der Regel drei Stimmen)

Von 279 Wahberechtigten geben 239 Hottorfer ihre Stimme ab und wählen  4 Vertreter der CDU und 2 Unabhängige in den Gemeinderat.

Am 14. Oktober fand dann die Wahl des Kreistags Jülich statt, bei der die CDU wie im ganzen Rheinland siegte (65,5% inm Kreis Jülich).

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Erste Kommunalwahl

Das Wahlergebnis:
Berechtigt: 285. Es wählten 239, ungültig 17,

Abgegeben 921 Stimmen:

  • 622 CDU,
  • 299 Unabhängige

Es erhielten:

  • Gottfried Schiffer 115,
  • Josef Nöthlings 111,
  • M. Meyers 101,
  • Johann Emmerich 81,
  • M. Küppers 68,
  • Wilhelm Mülfarth 77,
  • M. Flesch 68,
  • J. Herbergs 60,
  • J. Spengler 56,
  • Heinrich Mütz 47,
  • Hubert Rixgens 44,
  • Johann Krauthausen 20.

Gewählt sind:

  1. Meyer,
  2. Emmerich,
  3. Mülfarth,
  4. Küppers, wohl durch Los,
  5. Schiffer,
  6. Nöthlings.

1-4 sind von der CDU.

 

Firmung von 40 Firmlingen unmittelbar nach dem Krieg

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Firmung von 40 Firmlingen (im Schulgebäude) und Visitation durch H. H. Weihbischof Friedrich Hünermann.

Pfarrer Reiners berichtet den Ablauf der Firmung und und Visitation sehr ausführlich in seiner Pfarrchronik, unter anderem von:

  • Binden von Kränzen in der Vorwoche
  • vierteiliger Empfangstriumphbogen bei von Meer
  • Fähnchen und Wimpel waren in Gevenich geliehen
  • Abholung des Bischofs von Männern in Frack und  Zylindern und Kindern mit geschmückten Fahrrädern
  • vorgetragene Gedichte von Marie Honold und Konrad Philippen und vier Mädchen aus der Oberklasse
  • Firmung in der Notkirche
  • Empfang des Kirchenvorstands und Prüfung von Finanzangelegenheiten
  • Kindersegnung

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Firmung und Visitation 1946

September 1946
  1. Gestern und heute ließ ich die Schulkinder arbeiten. Wir reinigten die Wiese am Pastorat, Hof und Straße, die Gasse an der Vikarie, die Kirche und die Straße vor dem Friedhof.
  1. Herz-Jesu-Fr.
    Mittwoch holte der Sportverein (meist die Alten) Tannengrün im Pfarrwald. Auch einige Bäume für Torlatten brachten sie sich mit, und Pickart Bunkerholz. Noch am selben Abend drehten 10 Mädchen ca. 50 Meter Kranz für die Kirche. Buchsbaum lieferte von Meer und Deuser Peter. Ich stiftete ihnen etwas Bier.
    Auch am gestrigen Tag viele Mädchen zum Kränzen da. Mühlfarth haben in Ralshoven eine Karre Sägemehl geholt, um eine Figur durch Hubert vor der Kirchentür machen zu können. Weder durch Schmieren noch durch das Amt auf Dringlichkeitsbescheinigung ist an Glas für das eine Fenster der Vikarie zu kommen.

    So musste ich wieder von meinem Glas von Grefrath hinein. Jussen hat nun doch auf dem Friedhof einige Tage gearbeitet. Franz Mütz hat Jakob Pickartz auch dort arbeiten lassen. So ist der Friedhof sehr schön in Ordnung. Am Maar hat Jussen auch die Brennnesseln abgemäht. Die Arbeiten an der Vikarie stocken mal wieder.
  1. J. Spengler und P. Deuser fuhren je eine Karre Dreck vom Kirchturm weg. W. Mülfarth, W. Schiffer und P. Bergrath 1+5+4 Karren vom Schuppen.
  1. Von 5-7 Uhr probte ich mit Grete Honold für die hl. Firmung.
  1. Gnadentag der Hl. Firmung.
    Bei von Meer wurde der 4-teilige Empfangstriumphbogen errichtet, mit Efeu, viel mehr Tannengrün und Buchsbaum umwunden. Kleine Fähnchen geben ihm noch einen Schmuck. Darin ein Schild  von … schwarz auf weiß fein gemalt: „Durch den Bischof die Einheit mit der Kirche.“
    Bei Mütz war auch noch ein Schwung Fähnchen, die aus Katzem und Gevenich zum Teil geliehen waren. Wurden in 6-8 Metern Abstand von Althoff bis zur Schule, durch den Lehrer, August Lorenz und Heinz Krauthausen eingerammt.  August Schmitz und Änne Meyers hingen die Fähnchen daran auf, die aus dem ganzen Ort zusammengetragen waren. Bergrath Peter hatte aus Herkenrath viele bunte Wimpel mitgebracht, die den unteren Teil der Kirchstraße schön machten. In letzter Minute kamen durch ihn auch Fähnchen vor die Vikarie.
    An der Schule hatten von Sägemehl, Hubert Mülfarth und Sibille Roeben, die sich Sonntag verlobt hatten, das sie rot, grün, blau und gelb färbten, einen schönen Teppich gemacht: Glaube, Hoffnung und Liebe und „Veni sante spiritus“.
    An den Häusern waren viele Fahnen. In der Notkirche hingen an den vier Wänden und quer durch die Mitte übers Kreuz vier Schwünge (?). Alle Bänke waren heraus. Im Flur zwei Ankleidetische und zur Hoftür hin das Tabernakel mit dem Allerheiligsten.
    Morgens waren um 8 Uhr alle 40 Firmlinge – 26 Jungen und 14 Mädchen zur hl. Kommunion gegangen.
    Um halb drei war die Aufstellung. Dann ging es mit Fahnen und kleinen Kindern dem Bischof entgegen. Bürgermeister Mülfarth, Matthias Mütz, Christian Krafft, Heinrich Philippen, Anton Schiffer und Paul Dederichs in Schwarz mit Zylinder ritten dem Bischof entgegen. Jakob Schürkens mit einem Dutzend Jungen des Sportvereins auf geschmückten Fahrrädern ihm entgegen.

    Pünktlich um drei Uhr traf er ein. Ich begrüßte ihn kurz und dann sagte die kleine Maria Honold und der kleine Konrad Philippen und vier Mädchen der Oberklasse ein Gedicht auf. Der Chor sang unterwegs Psalmen. Sehr leutselig war der hochwürdige Herr.
    In der Notkirche klappte alles zufriedenstellend. Die männliche und weibliche Jugend war mit von ….. und Katzem geliehenem …….. da.  Die Kinder antworteten gut. Ich konnte mit allen zufrieden sein .
    Bei von Meer war dann Empfang des Kirchenvorstandes und des Lehrers Schulte. Als assistierende Geistliche waren außer dem Bischofskaplan Dr. Bruns – auf der Rechnungskammer, in Trier bei dem sehr gestrengen, fast kleinlichen in Finanzdingen, Erzbischof Bornemann ausgebildet- anwesend Pfr. Düster, Pfr. A.D. Schmitt, Dechant Esser, Pfr. Kochs aus Herkenrath.
    Um viertel nach acht war Kindersegnung, zu der nicht all zuviele Mütter mit den kleinen erschienen waren, Das Wetter war gut. Auf dem Schulhof standen manche, die von dort der Feier beiwohnten. Erwachsene waren gut beteiligt.

Erste Nachkriegs-Wallfahrt nach Kevelaer

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| Mit 136 Personen auf Ladefläche |

Pfarrer Reiners organisiert die erste Wallfahrt nach Kevelar. Aus Geveldorf fahren 58 und aus Hottorf 78 Pilger auf der mit Bänken ausgestatten Ladefläche eine LKWs mit.

Büssing-Ferntransporter

Aus der Pfarrchronik der Nachkriegsjahre von Pfarrer Reiners – Wallfahrt nach Kevelaer: 

August 1946

  1. Mit Lehrer Schulte fuhr ich nach KevelaerGormanns will uns Ende des Monats nach Kevelaer fahren. 58 meldeten sich deswegen bei Maria Lieven.
    In Kempen bestellte ich Kerzen, Weihrauch, Kohlen und Wichs für das ganze Dekanat. 24 weiße Kerzen (englischer Wachs) brachte ich mit. In Kevelaer bei Bauer (14 Monate waren sie wegen Besatzung nicht im Haus und Geschäft) traf ich den Pfarrer von Baal, die Baaler wollen sich anschließen. Der Baaler Pastor hat zwei Monate die Gegend bis Kofferen seelsorglich betreut (1945: März-Mai).
  1. Gestern war mein 18. Weihejahrestag.
    In Kevelaer gibt es schon einiges zu kaufen. In der Basilika werden die Fenster eingesetzt. Ihre Orgel ist durch Ausländer im Priesterhaus zerstört worden. Sonst ist sie, die Gnaden- und Kerzenkapelle unbeschädigt. Von der Pfarrkirche liegt das Gewölbe am Boden. Der Kreuzgang ist endlich aufgeräumt. In den Geschäften gibt es schon einiges zu kaufen, besonders kleine Schmucksachen, meist gegen Eintausch von Silber.
  1. Heute ruhten sich alle, die … konnte, aus.
    Für die übermorgige Fahrt nach Kevelaer erfolgten Absagen.
  1. Ich beredete Gevelsdorf, mitzufahren. So hatten wir 136 Personen zusammen. Abend vorher geben wir Beichtgelegenheit.
  1. Heute fuhren wir um 6.15 Uhr mit Verspätung los. Von Müntz liehen wir uns Bänke aus (gemeint sind: Sitzbänke für die Ladefläche des Lastwagens). In Grefrath luden wir noch Irmgard Drießen auf. Der Chauffeur Schiffer von Wevelinghoven fuhr den 22 Meter langen Büssing-Ferntransporter sehr vorsichtig.
    Um 9 waren wir da. Am Seitenaltar lasen wir eine stille hl. Messe, dann hörten wir noch Beichte, weil der Kevelaerer Dechant keinen Pater zur Aushilfe bekommen konnte. Viele mussten so bis 11 Uhr nüchtern bleiben.
    In den Wirtschaften gab es schon Mittagessen und in den Läden manches zu kaufen, aber weniger als vor 14 Tagen.
    Um 2 Uhr betete ich den Kreuzweg vor und Pfarrer Düster predigte dort schön über das heutige, zum ersten Mal gefeierte Fest des unbefleckten Herzens Marias.
    1) Reinheit.
    2) große Liebe zu Gott.
    3) Mütterliche Liebe zu uns.
    Messdiener und Kreuz stellten die Gevelsdorfer, und Fähnchen.
    Das Wetter war uns günstig, auch auf der Rückfahrt. Immer hatte es vor uns geregnet. Nur ab Lövenich hatten wir ein wenig geregnet. In Gevelsdorf waren in drei Wirtschaften die Tische gedeckt und Kaffee aufgeschüttet; doch in zweien konnte ich alles bezahlen weil die meisten nicht aussteigen wollten, um den Platz nicht zu verlieren. Fast die ganze Zeit ist unterwegs gebetet und gesungen worden.
    Alle waren befriedigt. 78 Hottorfer und 58 Gevelsdorfer.
    8 Gevelsdorfer fuhren frei mit und 6 Hottorfer. Die anderen bezahlten 7,- RM, wovon der Autobesitzer 6,- RM erhielt. 10,- RM Trinkgeld gab ich dem Chauffeur.
    Die hl. Messe lasen wir in den Anliegen der Pilger. Für die geliehenen Bänke fuhr Frau Schmitz umsonst mit. Den Messdienern gab ich ihr Geld wieder. I
    ch meldete sofort eine zweite Fahrt für nächsten Mittwoch an. 23.8. Der Rektor von Ralshoven erschien, um am Mittwoch mit nach Kevelaer zu fahren. Ca. 25 Personen sollen mitfahren.
  1. Eine große Hoffnung, die ich auf die Fahrt nach Kevelaer setzte, erfüllte sich nicht, das Gegenteil schien eingetreten zu sein. Und doch wird Gott und seine Mutter alles zum Guten lenken.
  1. Zweite Fahrt nach Kevelaer
    Um viertel nach sechs kam das Auto mit 21 Gevelsdorfern und 26 Ralshovener, letztere hatten lange auf ihren Rektor gewartet und waren schließlich ohne ihn abgefahren, in letzter Minute kam er noch an. Von Kofferen waren auch 30 mit dem Pfarr-Rektor Krott dabei und 45 Hottorfer. Ich setzte mich dieses Mal hinten auf den Wagen. Fast die ganze Strecke wurde gebetet und gesungen.
    Der Ralshovener Küster und andere von dort führten sich bis Grefrath nicht gut auf. Auf der Rückfahrt bekam sogar einer vom Kirchenschweizer Ohrfeigen. In Kevelaer waren manche Fußprozessionen (von Lommersum, Meckenheim, Köln) und andere Prozessionen. Ich teilte öfters heilige Kommunion aus. Die Opladener hatten ein feines Hochamt.
    Um 13.15 Uhr wollte ich in der Kerzenkapelle predigen, kam aber wegen Prozessionen erst um 14.15 Uhr dazu. Thema: „Königin des Friedens“. Ich glaube, diese war sehr gut. Den Kreuzweg gingen wir privat.
    Um 16.30 Uhr fuhren wir los, verfuhren uns in Straelen und brauchten so eine Stunde über Leuth, Hinsbeck, Lobberich bis Grefrath. Dort wieder kurze Pause.
    Um 19.30 Uhr fuhren wir von Lövenich über Kofferen nach Hottorf. Einige Bänke waren in die Brüche gegangen. Den Hottorfern hatte es besser gefallen, weil ich die Leitung hatte und für Ordnung sorgte, besonders gegenüber Ralshovenern und gut predigte. Anstoß erregte der Rektor von Ralshoven.

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