von Meer

Einsegnung der Leichenhalle an der Schule

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Im Dezember wird ein Teil der alten Schule zur Leichenhalle umgebaut und von Pfarrverwalter Heinrich Joussen eingesegnet. Damit ist ein Wunsch der Bürger Hottorf in Erfüllung gegangen, die nun ihre Toten nicht mehr in Nachbarorten aufbahren müssen.

In memoriam Goswin Frenken

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| Im KZ Flossenbürg gestorben |

Goswin Frenken war Sohn des Kölner Oberlandesgerichtspräsidenten Josef Frenken und der Maria Eleonore von Meer. Er ist am 2. August 1887 in Hottorf geboren und ist am 4. Aug. in der Hottorfer Kirche getauft worden. Er hatte sechs Geschwister.

Über sein Leben in Hottorf ist nichts bekannt. Sein Vater, Josef Frenken, wurde zwei Jahre nach seiner Geburt Staatsanwalt in Köln.  

Goswin Frenken studierte in Berlin und wurde 1922 Hochschullehrer in Köln. Wegen Äußerungen über das NS Regime wurde er verurteilt. Er kam 1941 in Gestapohaft und und starb 1945 im KZ Flossenbürg.

Mehr über sein Leben und Wirken bei Wikipedia.

 

Familie von Meer schenkt erste Orgel

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Der Wert der gestifteten ersten Orgel wird im Stiftungsbuch mit 2.100 Reichstaler vermerkt. Der Baiu der Orgel erfolgt zwischen den Jahren 1848 und 1861.

Kaufkraft von 2100 Reichstalern im Jahr 1855

  • Ein Arbeiter verdiente ca. 150–300 Reichstaler pro Jahr.
  • Ein Lehrer oder Beamter verdiente ca. 400–800 Reichstaler pro Jahr.
  • Ein Haus in der Stadt kostete 1000–5000 Reichstaler.
  • 1 kg Brot kostete etwa 4 Pfennige (0,04 Reichstaler) → 2100 Reichstaler konnten etwa 52.500 kg Brot kaufen.

Wortlaut der Urkunde vom 02.09.1895:

Contrakt der Familie von Meer und Kirche zu Hottorf

Der Kirchenvorstand von Hottorf einer-und Fräulein Agnes von Meer, Herr Joseph von Meer und dessen Ehefrau Catharina von Meer geborene von Berg andererseits sind übereingekommen wie folgt:

Art. 1. Fräulein Agnes von Meer, Herr Jos. von Meer und dessen Ehefrau Catharina on Berg schenken der Kirche zu Hottorf eine für dieselbe passende Orgel

Art. 2. Dagegen überläßt der Kirchenvorstand den genannten Donatoren und deren unmittebaren Descendenten, d. h. den Kindern aus der Ehe des Herrn Jos. von Meer und Catharina von Berg den sogenannten d. Oidtmannschen Kirchenstuhl  auf Lebensdauer.

Art. 3. Auch überläßt der Kirchenvorstand dem Herrn Joseph von Meer einen Platz auf der Orgelbühne auf Lebensdauer.

Art. 4. Die Art. 2 u. 3 den genannten Familien gliedern erteilte Bewilligung hört auf, sobald die selben ihre Wohnung nach einer andern Pfarre verlegt haben, auch können sie ihr erworbenes Recht nicht auf Andern übertragen.

Art. 5. Für gegenwärtige Übereinkunft, welche in dusebo ausgefertigt ist, ist die oberörtliche Genehmigung zu erbitten.

gez.  Agnes von Meer
gez. Jos. von Meer
gez. Cathar. von Berg.

Der Kirchenvorstand,
gez. Reinckens, Pfr.:              gez. P. J. Breuer,
gez. Joh. Jos. Niessen,          gez.Reiner von Coellen,
gez. Caspar Mütz,                  gez. Peter Breuer:

Die vorstehende Übereinkunft hat durch die gemäß Art. 72 des Decrets vom 30. Do. 1809 nachgesuchte und erhaltene Genehmigung der Hohen geistlichen Behörde vom 17. April 1857 ihre Gültigkeit erlangt.
gez. Reinchens Pfr.
gez  Peter Breuer
gez. Joh. Jos. Niessen

 Quelle: Pfarrarchiv Urkundenbuch 1751-1966, Nr. 15

Wer sich für  Ahnenforschung interessiert, findet unter dem Menüpunkt Familien weitere Informationen zur Herkunft und den Verwandtschaftsverhältnissen einiger Hottorfer Familien – auch der Familie von Meer.

 

Bau der Hottorfer Bockwindmühle

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| Die Windmühle zu Hottorf |

Die Windmühle in Hottorf zählte zu den historischen Mühlen, wie sie im 19. und frühen 20. Jahrhundert in vielen Ortschaften des Rheinlandes üblich waren. In weiteren Orten im Umfeld wurden vergleichbare Bockwindmühlen betrieben, häufig durch Pächterfamilien, wie der Familie Lieven, die auf Windmühlen in Hottorf, Ederen und Spiel ansässig war. Die Mühlen dienten vor allem dem Mahlen von Getreide für die örtliche Landwirtschaft.

Wo die letzten Höhen der Eifel in die Ebene hinabgleiten, wo saftige Wiesen und fruchtbare Ackerflächen liegen, da beginnt das große niederrheinische Tiefgebiet. In mitten dieser üppigen Getreidefelder waren die Windmühlen zu Hause. Sie beherrschten mit ihren sich drehenden Flügeln die Szenerie in den weiten Feldern und schufen so die vorhandene Eintracht zwischen dem Getreide und dem täglichen Brot. So waren denn auch die Windmühlen in Pattern, Mersch, Spiel, Höllen, Titz und Hottorf Wahrzeichen für die Fruchtbarkeit der Jülicher Börde.

Die Windmühle konnte auf eine reiche und stolze Vergangenheit im Dienst des Menschen zurückschauen . Nachdem die Kreuzfahrer aus dem Abendland zurückkehrten, bauten sie selbst die dort ehrfürchtig bestaunten Windmühlen nach, oder ließen sie später von sachkundigen Handwerkern, den sogenannten Mühlenbauern, bauen. Aber die zunehmende Ausdehnung der Fabrikmünlen verdrängte die Kleinmühle, und als schließlich der Benzinmotor und die Elektrizität Einzug hielten, bedeutete dieses den Tod der Winmühlen.

Die Hottorfer “Bockmühle” , sogenannt, weil der eigentliche Mühlenaufbau auf einem Bock aufgesetzt war, lag zwischen Hottorf und Müntz in mitten der Felder. Diese hatte eine Vorgängerin, die an einer nicht mehr zu bestimmenden Stelle zwischen Hottorf und Kofferen gestanden hat (Anmerkung: die Waidmühle). Name des Erbauers, sowie Jahr und Ursache des Unterganges sind nicht mehr bekannt, nur deralte Flurname “Mühlendriesch” oder “Mühlenweg” erinnert noch daran.

Die Lievensche Mühle wurde im Jahre 1801 von Leopold Erdmann errichtet . Dann ging sie in den Besitz der Familie von Meer ein und später wurde sie von Friedrich Wilhelm Lieven käuflich erworben. Das Jahr ist leider unbekannt. Die Mühle war ungefähr 20 Meter hoch und das Flügelrad hatte vier Flügel. Der “Bock” hatte einen Durchmesser von fast sechs Meter und der schwerste Teil der Mühle, das Achsenkreuz, an dem die Flügel fest montiert werden konnten, wog fast 20 Zentner. Die ganze Mühle konnte in den Wind gedreht werden. (Dieses konnte man nur bei den Bockmühlen. Bei den holländischen Windmühlen, die auch bei uns zu finden waren, konnte nur der obere Teil, die “Haube” gedreht werden.) Dadurch konnte der Wind die mit Segeltuch bespannten Flügel antreiben. Wenn nicht gemahlen wurde, oder wenn Regen bevorstand, wurden die Segeltücher zusammengerollt und an einer Seite der Flügelblätter befestigt. Die Senkrechten und Waagerechten der Flügel waren aus Balken angefertigt, während die Flügelblätter aus Dachlatten waren. Wenn die Flügel durch irgendwelche Einflüsse beschädigt waren und repariert werden mußten, konnte man jeden einzelnen Flügel am Achsenkreuz lösen und mittels einer Seilwinde nach unten lassen. Nach der Reparatur wurde der Flügel dann wieder hochgezogen. Das Drehen der Flügel konnte beeinflußt werden und bei zu starkem Wind wurden dieselben abgebremst. Die Hottorfer Mühle besaß zwei Mahlgänge, im oberen Mahlgang wurde der  Roggen und im unteren der Weizen gemahlen.

Am Anfang des  19. Jahrhunderts wurde eine Dampfmaschine angeschafft, damit auch bei Windstille gemahlen werden konnte. Diese stand da, wo jetzt noch die Vorrichtungen des neueren Mahlwerkes stehen. Es bestand aber damals kein Zusammenhang zwischen der Dampfmaschine und der Windmühle. Wenn längere Zeit mit Windstille zu rechnen war, kamen die Müller aus der Umgebung, um in Hottorf mahlen zu lassen.

Quelle: Schiffer

Um das Jahr 1858 herum kauft Friedrich Wilhelm (Hubert) Lieven aus Jackerath die Hottorfer Mühle von der Familie von Meer. Sein Großvater Jakob Lieven hatte schon 1780 die Mühle in Immerath betrieben. Sein Bruder Jakob Hubert Lieven wohnt zunächst auch auf der Hottorfer Mühle und pachtet 1867 die Ederner Mühle, die er später auch kauft. Nachdem die Ederner Mühle im März 1900 – zwei Jahre nach seinem Tod – abbrennt, kauft ein Sohn die Bockwindmühle in Spiel und drei weitere Generationen betreiben dann die Spieler Mühle. Erfreulicherweise ist sie als historische Bockwindmühle bis heute erhalten. Sie wurde 1959 abgebaut, um im LVR-Freilichtmuseum Kommern wieder aufgebaut zu werden. 

Johann Wilhelm Hubert Lieven, der dritte und jüngste Bruder des Friedrich Wilhelm (Käufer der Hottorfer Mühle) wird als einziger nicht Müller. Er ist der Ururgroßvater des Chronisten dieser Webseite. Aus diesem Familienast gehen auch mehrere Küster und Organisten sowie ein Priester hervor. 

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