Ortsgeschichte

Die Ortsgeschichte von Hottorf

Älteste Erwähnung des Rittergeschlechts

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| Urkunde erwähnt Heinrich und Wilhelm von Hoihtorp |

Im Januar 1248 verkauften die Kinder Johanns von der Baelen und desssen Ehefrau Heilwich ihren Hof, das heutige Gut Kippingen nördlich von Rurich, an das Kloster Ophoven. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen Teil der Burg Rurich.  Dazu gab unter anderem Heinrich von Hoihtorp als Oheim der unmündigen Kinder seine Einwilligung. Zu den Zeugen gehörte auch Wilhelm von Hoihtorp.

Dabei dürfte es sich um die älteste bekannte Erwähnung von Hottorf handeln. [Breuer] nennt noch einen „Winegoz von Hotdorp“ im Jahr 1227, also 21 Jahre früher. Die referenzierte Urkunde (aus: Joerres, Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Nr. 88 Seite 87) betrifft den Fronhoff Wissersheim, einem Ortsteil von Nörvenich. Aufgrund der Entfernung zu Hottorf scheint das Auftreten eines Ritters von Hottorf als Zeuge einer Urkunde eher unwahrscheinlich. 

Der Kommentar im Urkundenbuch merkt Lesefehler an. So mag es sein, das Autor der ZAGV (im Band 10 von 1879), nämlich W. Graf von Mirbach, der ja selbst ein Urkundenarchiv u.a. mit Erwähnung von Hottorf gepflegt hat, diesen Lesefehler von Hotdorp zu Holtrop korrigiert.   

Die Schreibweise Holtrop ist aber für Hottorf nicht bekannt. Die Wasserburg, das Geschlecht und den Ort Holtrop gab es bei Niederaußem bis dieser 1958 dem Braunkohlentagebau Fortuna-Garsdorf zum Opfer fiel. 

Aachener Geschichtsverein (Band 10, erschienen1879)
Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, erschienen 1893

Römische Heerstraße

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| Römer waren Namensgeber für Straßenname "Heerbahn" |

Die Region um das heutige Jülich im Rheinland war schon im 1. Jahrhundert n. Chr. ein wichtiger Ort im Römischen Reich. Hier bauten die Römer eine bedeutende Fernstraße – die sogenannte Via Belgica –, die Köln mit Boulogne-sur-Mer an der Kanalküste verband.
Jülich und seine Umgebung sind ein Beispiel für die tiefgreifende römische Prägung des Rheinlands – sichtbar im Straßennetz, im städtischen Leben und in archäologischen Funden bis heute. 

Die frühesten Funde reichen bis in die Steinzeit und die Römerzeit zurück; von letzterer wurden Funde von meinem Vater, Heinrich Schiffer, und von mir gemacht (1962). Bei Ausschachtungsarbeiten am Hause Jülicher entdeckten wir zuerst ein paar Scherben. Beim  Weitergraben stießen wir dann auf eine flache Schale und schließlich auf eine gut erhaltene römische Tonflasche, die etwa ins 3. Jh. n. Chr. zurückdatiert werden kann. Durch Zufall waren wir damit auf ein römisches Brandgrab gestoßen. Hierbei handelt es sich um eine vorgeschichtliche Grabart. Der Tote wurde verbrannt und die Asche und die Knochenreste (so genannter Leichenbrand ) in einem Gefäß (Urne) beigesetzt.

Nun erhebt sich die Frage, wie gerade ein römisches Brandgrab an diese Stelle gelangen konnte. Dafür muß ich ein wenig zurückgreifen. Als die Römer in das linksrheinische Germanien einfielen und es besetzten, bauten sie die Verkehrs – und Handelswege (diese reichten zum Teil bis in die Steinzeit zurück) aus militärischen und wirtschaftlichen Gründen aus. Es wurden neue Straßenzüge angelegt, und diese sogenannten Heer- und Handelsstraßen führten alle in die Rheintalstraße, welche die Rheinlager untereinander verband. Es war die kürzeste Verbindung zwischen Italien und Gallien. So gingen alle Straßen des heutigen Kreises unter den Römern von dem römischen Juliacum (Jülich) aus. So war Jülich schon vor 2000 Jahren ein Verkehrskreuz, was es bis heute geblieben ist. Die Straßen gingen in alle Himmelsrichtungen, hatten aber alle ein gemeinsames Ziel. Sie führten in die Römerlager und von dort nach Colonia, damals wie heute das Verkehrskreuz des Westens. Eine dieser Heerstraßen führte in das Neußer Römerlager (Jülich-Kaster-Neuß) . Man konnte jedoch auf zwei Wegen dorthin gelangen. Ein Weg führte über Welldorf, Güsten, Rödingen, Kirchtroisdorf, Neuß. Der andere führte über die Merscher Höhe, östlich Mersch, westlich Sevenich, Hottorf, westlich Hasselsweiler, östlich Gevelsdorf über Titz zum Neußer Lager.

 Da die Römer die Angewohnheit hatten, ihre Toten neben den Heerstraßen zu beerdigen, gerade dort, wo sie gestorben oder im Kampf mit Freund oder Feind gefallen waren, ist durch unseren Fund klar erwiesen, daß eine dieser Heerstraßen am jetzigen südlichen Rand von Hottorf vorbeigegangen ist. Deshalb auch der Name Heerstraße, der bis vor einigen Jahren für die jetzige Stiftsstraße verwendet wurde . Diese gefundene Tonflasche diente , neben einigen anderen Gegenständen, als Beigabe für den Toten auf dem Weg in die Ewigkeit.
So waren denn nachweislich die Römer die ersten, welche die Gegend um Hottorf betreten haben.

Quelle: Schiffer

Die bei H. Schiffer beschriebenen Brandgräber sind auch in Müntz gefunden worden. Dazu berichten die Rurblumen in der Ausgabe 6 vom Jahr 1935 „Brandgräber aus römischer Zeit in Müntz – Ein Fund, der nicht überraschen kann“.

Auch in Gevenich existieren Nachweise aus der Römerzeit. Die Stadt Linnich berichtet auf ihrer Homepage zu Gevenich: „An den zwei Fundstellen in Gevenich, wurden im Fundgut Säulentrümmer aus Sandstein, Scherben von feinem roten Tongeschirr des gehobenen römischen Haushalts entdeckt. Nach datierbaren Keramikfunden ging die Römerzeit im Linnicher Raum im 4. Jahrhundert n. Chr. zu Ende.„

Noch offen:

Es bleibt die Frage, welche archäologischen Bodenfunde es überhaupt in Hottorf und Umgebung gab. Die Antwort erwarte ich bei einem Ende 2025 geplanten Termin beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland in Bonn. Mag jemand daran teilnehmen? Vorab und unverbindlich hat das LVR alle archäologischen Aktivitäten in und um Hottorf in der Karte zusammengefasst.

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